„Starkes Signal“ für Patrick Puhlmann

Neuer Kreisvorstand gewählt: Mario Blasche führt die Linke wieder

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Geschlossenheit demonstrierte Die Linke am Samstag beim Kreisparteitag in allen Abstimmungen. Tagungsort war die Landessportschule in Osterburg.

Osterburg – Samstagvormittag kurz vor zehn Uhr: Mit Blaulicht und Martinshorn fährt der Notarzt an der Osterburger Landessportschule vor. Nein, Die Linke, deren Delegierte aus der östlichen Altmark sich gerade hier zum Kreisparteitag versammeln, war nicht sein Ziel.

Das Szenario passte aber irgendwie, hatte insbesondere die angeschlagene Gesundheit des vor zwei Jahren gewählten Kreisvorsitzenden Manfred Hain die Vorstandsarbeit in den vergangenen Wochen und Monaten doch massiv belastet. Dies resümierte jedenfalls Helga Paschke in ihrem aus Vorstandssicht recht selbstkritischen Rechenschaftsbericht.

Mario Blasche übernimmt erneut den Vorsitz der Partei, den er bereits bis 2017 innehatte.

So sei beispielsweise der notwendige Generationswechsel im Kreisverband bisher nicht gelungen. Die langjährige Landtagsabgeordnete musste auch am Samstag den fehlenden Kreisvorsitzenden vertreten, der sich nur mit einer schriftlichen Erklärung an die Delegierten wenden konnte. Hain entschuldigte sich darin für seine krankheitsbedingte Abwesenheit und erklärte auch, aus diesem Grund nicht für den neuen Vorstand zur Verfügung zu stehen. Zudem richtete er zwei Wahlempfehlungen an die versammelten Genossen – zugunsten von Patrick Puhlmann als Kandidat für die Landratswahl am 10. November und für Mario Blasche als neuen Kreisvorsitzenden, der das Amt vor Hain bereits viele Jahre innehatte.

Beiden Ratschlägen sollte der Kreisparteitag später mit großer Geschlossenheit folgen. Zunächst konnte sich der gemeinsame Kandidat von SPD, Grüne und Linke als Herausforderer von Amtsinhaber Carsten Wulfänger (CDU) über eine 100-prozentige Zustimmung freuen – 48 von 48 möglichen Stimmen (AZ berichtete gestern). Damit haben nun alle drei Parteien den aus dem Tangermünder Ortsteil Storkau stammenden Kandidaten offiziell nominiert. Vor der Abstimmung hatten am Samstag der Bundestagsabgeordnete Matthias Höhn sowie Helga Paschke die Nominierung von Patrick Puhlmann begründet sowie um „breite Unterstützung“ und ein „starkes Signal“ geworben.

Höhn lobte die „gute Entscheidungsperspektive“ und erklärte, dass Stendal „einen neuen Landrat verdient“ habe. Paschke betonte, der Kandidat sei „nicht nur politisch, sondern auch persönlich eine Alternative“. Vom 36-jährigen Sozialdemokraten erwarte sie nicht zuletzt einen „längst überfälligen neuen, modernen Kommunikationsstil in der Kreisverwaltung“. Auch schätze sie ihn als einen „überzeugten Menschen für einen offenen Landkreis“.

Der Kandidat selbst ließ anschließend keinen Zweifel am Ziel: „Ich trete an, um es zu werden!“ Als Themen für seinen Bewerbungsauftritt, den er selbst „Teamsitzung“ nannte, hatte Puhlmann die Digitalisierung in Verwaltung und Unternehmen („als Vorreiter schon vor 2021“), den Klimawandel („alle öffentlichen Gebäude mit erneuerbarer Energie beheizen“), das Fit-Machen der Landwirtschaft für die aktuellen Herausforderungen Umwelt und Nachhaltigkeit, den Landkreis als Service-Dienstleister für Unternehmen und die Einhaltung der Rettungsfristen („in diesem wichtigen Bereich ohne Kompromisse“) gewählt. Auch am Samstag galt die Politik-Floskel „nach der Wahl ist vor der Wahl“.

An der Spitze des neuen Kreisvorstandes ist der Vorgänger von Manfred Hain nun auch der Nachfolger: Mario Blasche. Ihn unterstützen als Stellvertreterinnen Katrin Kunert und Helga Paschke. Günther Rettig bleibt Schatzmeister.

VON FRANK SCHUMANN

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