Bürgermeister sieht glaubwürdiges Konzept und räumt mit Gerüchten auf

Im neuen Biesebad hört das Schwitzen nicht auf

Hui, der Wind weht doch noch recht frisch um die Nase. Sabrina Salewski und Töchterchen Melissa gehören zu den ersten Besuchern des neu gestalteten Bades. Zusammen mit dem Rest der Familie hat es sie auf jene Terrasse gezogen, die einige Meter über die Biese ragt.

Osterburg. „Uns gefällt es hier richtig gut, wir kommen nun sicherlich wieder öfter her“, schwärmt Sabrina Salewski. Das Biesebad ist am Sonnabend nach mehr als zwölfmonatiger Bauzeit neu eröffnet worden.

Die 27-Jährige wuchs in Flessau auf, kennt die Freizeitstätte in der Kernstadt aber schon aus Kindertagen. „Es sieht jetzt ganz anders aus“, sagt die Osterburgerin und blickt in die nicht minder zufriedenen Augen ihres Mannes Marko. Für einen Gang ins Wasser sei es zwar noch zu frisch, doch allein die Atmos-phäre so nah am Fluss habe einen großen Reiz. Auch die einjährige Lena und die zweijährige Melissa, der gemeinsame Nachwuchs, fühlen sich bei der Eröffnungsparty wohl. Die Ältere der beiden hat die große Hüpfburg längst entdeckt.

Annett Lenzner, die neue Pächterin des deutschlandweit wohl letzten echten Flussbades, scheint ein großer Stein vom Herzen gefallen. Sie ist Feuer und Flamme für ihre Aufgabe und sagt der AZ: „Wir wollten Mitte Mai eröffnen, und das hat geklappt.“ Die Genehmigung für den Imbissbetrieb im neuen Funktionalgebäude liege inzwischen auch vor. Es gebe noch einige Restarbeiten zu erledigen, sicherlich, doch wichtig sei erst einmal, dass der Start geglückt sei. „Und nun geht es weiter.“ In den sanitären Anlagen fehlen noch die Duschen, eine der Türen klemmt. Und wo genau die versprochenen Umkleidemöglichkeiten sein sollen, ist auch noch nicht richtig ersichtlich.

Dass alles mit ziemlich heißer Nadel gestrickt worden ist, weiß auch Nico Schulz. Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde zu Planer Guido Cierpinski: „Hier soll ja in den letzten Wochen ganz schön kräftig geschwitzt worden sein.“ Das Lachen aller lässt bei der Eröffnungsrunde so manche Sorgenfalte vergessen. Die Kommune hat rund 360 000 Euro in ihr Flussbad investiert, gut die Hälfte davon ist Fördergeld des Landes. Schulz dankt dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten und namentlich dessen Leiter, Horst Blum, für die Unterstützung. Der Regionalverein Altmark und der Landkreis hätten im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanziell ebenfalls geholfen.

Bei der Suche nach einem Pächter sei übrigens alles mit rechten Dingen zugegangen, versichert Schulz. „Es gibt Gerüchte in der Stadt, doch keiner hat einem anderen etwas weggenommen.“ Jörg Schütze, Betreiber des benachbarten Biesecafés, hatte sein Interesse bekundet, zog die Bewerbung dann aber zurück. „Das Ganze hat uns schon ein bisschen vor den Kopf gestoßen.“ Andere potenzielle Betreiber gaben der Stadt einen Korb. „Wir sind froh und danken den Lenzners, zumal es nicht ihr Kerngeschäft ist. Sie können ein gutes und glaubwürdiges Konzept vorweisen.“ Annett Lenzner und ihr Mann Guido sind den Osterburgern bislang als Veranstaltungsplaner bekannt.

Von Marco Hertzfeld

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