Bürger wünscht sich Limitierung

Neue Windräder bei Düsedau über 200 Meter hoch: Begrenzung in Zukunft denkbar

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Im Windpark Düsedau sollen fünf Anlagen zurückgebaut werden um Platz für Neue zu schaffen. Diese sind bis zu 244 Meter hoch und produzieren deutlich mehr Strom als die bisherigen Anlagen.

Düsedau – Es sind gewaltige Ausmaße, die die Windräder haben, die in Düsedau geplant sind. Bis zu 244 Meter hoch sollen vier Windräder hoch sein, für die fünf alte Anlagen zurückgebaut werden.

Auch wenn das Genehmigungsverfahren beim Landkreis liegt, haben Städte und Gemeinden generell die Möglichkeit, die Ausmaße von Windkraftanlagen zu begrenzen.

In der vergangenen Sitzung des Bauausschusses hatte ein Düsedauer Bürger die Befürchtung geäußert, dass durch die höheren Windräder die Belastung für die Bürger größer werden könnte, was die Geräuschkulisse und den Schattenschlag angeht. “Mein Eindruck ist, dass es den Leuten vor allem um die Abstände geht und weniger um die Höhe der Windräder“, ist von Düsedaus Ortsbürgermeister Oliver Rüdrich (Wählergemeinschaft Düsedau) zu erfahren.

Eine AZ-Anfrage beim Landkreis verdeutlicht, dass die Gemeinden einen großen Handlungsspielraum haben. „Die Gemeinden kennen ihre Möglichkeiten und sind in der Lage, bei Interesse von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Es ist davon auszugehen, dass dies auch für die Stadt Osterburg zutrifft. Die Anlagenzulassung durch das Umweltamt des Landkreises stützt sich auf den gemeindlichen Planungswillen und berücksichtigt diesen bei den Entscheidungen über Anträge auf Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen“, so die Antwort des Landkreises.

Bauamtsleiter Matthias Köberle lässt durchblicken, dass es alles andere als eine leichte Abwägung sei, zu entscheiden, wann eine Begrenzung in Betracht kommen könnte. „Die Frage ist wirklich nicht leicht zu beantworten“. Begrenzungen könnten einerseits im Flächennutzungsplan oder in einen „Teilflächenplan Wind“ niedergeschrieben werden. Bislang gibt es keine Bestrebungen der Stadt in diese Richtung.

Für die Windräder in Düsedau wäre dies sowieso nicht mehr möglich, da das Genehmigungsverfahren bereits läuft. Allenfalls für zukünftige Vorhaben wäre es möglich, die Höhen zu begrenzen. Dabei gibt es keinerlei rechtlichen Rahmen. Die Städte haben in dieser Frage komplett freie Hand.

Was den Bau der Düsedauer Anlagen angeht, steht die Auslegung der Unterlagen laut Landkreis kurz bevor: „Mit Datum vom 26. März erteilte die Hansestadt Osterburg das gemeindliche Einvernehmen gemäß § 36 Bau-Gesetzbuch. Sobald die Vollständigkeit der Antragsunterlagen gewährleistet ist, ist die nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen“, heißt es in einer schriftlichen Antwort des Landkreises.

VON TOBIAS HENKE

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