Brunnen frei: Gestohlene Stichwaffe nicht ersetzt

Neptun muss sich noch ohne Dreizack sonnen

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Osterburgs Neptun im Sonnenlicht des frühen Nachmittags. Einen neuen Dreizack hat der Meeresgott noch immer nicht. 

tz Osterburg. Osterburgs Neptun geht auch in die warme Jahreszeit ohne Dreizack. Mitarbeiter der Stadtwerke haben den kulturhistorisch wertvollen Brunnen im Herzen der Biesestadt gestern von der Schutzhaube aus Plastik befreit.

Die im Sommer 2016 von Unbekannten gestohlene metallene Stichwaffe des Meeresgottes soll am besten nach wie vor ersetzt werden. Das Problem: Durch die Langfinger ist ein Teil der Hand beschädigt worden. „Wir lassen momentan noch prüfen, inwieweit sich überhaupt ein Ersatz anbringen lässt“, sagt Bauamtsleiter Matthias Köberle der AZ.

Ein möglicher neuer Dreizack soll nicht mehr aus Kupfer bestehen, sondern aus Aluminium, das vergleichsweise leicht sei und die Extremität nicht so stark belasten würde. Die Hand ausbessern zu lassen oder gar größerer Teile des Brunnens zu restaurieren, sei vorerst nicht geplant. Schon bei dem gestohlenen Dreizack hatte es sich um eine Kopie gehandelt. Inwieweit das Original noch existiert, im Museum oder anderswo aufbewahrt wird, kann der Amtsleiter so auf die Schnelle nicht sagen. „Aktuell geht es jedenfalls um eine Kopie der Kopie.“ Wann sie Neptun in die Hand gegeben werden kann, ist offen.

Der italienische Prachtbrunnen aus dem 19. Jahrhundert gehörte einst zum Schloss in Rönnebeck, das nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde. Er steht vor der Nicolaikirche. In jüngerer Zeit gab es verstärkt Kritik am allgemeinen Zustand des Marmorbrunnens.

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