Pflicht nach Gerichtsurteil vorerst ausgesetzt

Tests in Schulen gut angelaufen

Für Schüler wurde Anfang dieser Woche die Corona-testpflicht ausgesetzt
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An der Sekundarschule „Karl Marx“ (Foto) in Osterburg wurde die Testpflicht infolge des Gerichtsurteils vorerst ausgesetzt. Dasselbe war auch am biesestädtischen Markgraf-Albrecht-Gymnasium der Fall.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Magdeburg sorgt derzeit für Unsicherheit in Sachen Coronatests an den Schulen, die eigentlich ab dieser Woche verpflichtend sein sollten. Die Testpflicht ist vorerst bis Ende dieser Woche ausgesetzt. Eltern eines Osterburger Grundschülers hatten geklagt. Das Gericht hatte argumentiert, dass es in der aktuellen Coronaverordnung keine Grundlage für die Testverpflichtung gibt.

Osterburg – Manche Schulen im Landkreis hatten zum Wochenstart ohnehin noch nicht die notwendigen Selbsttests geliefert. Im Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium liefen die Tests gut an. Am Montag wurden die Schüler auf das Virus getestet. Bislang hat es kein positives Testergebnis gegeben, informiert Andreas Schulz, stellvertretender Schulleiter. Nur in einem Einzelfall habe sich ein Schüler geweigert, den Test zu machen. „Inzwischen haben wir von allen Eltern die Einverständniserklärung erhalten, dass ihre Kinder getestet werden dürfen“, ergänzt Schulleiterin Elke Hein. Nach dem Gerichtsurteil aus Magdeburg habe man die Testpflicht für die Schüler in dieser Woche vorerst ausgesetzt. Es werden aber weiterhin Tests auf freiwilliger Basis angeboten.

In der Osterburger Sekundarschule „Karl Marx“ sind die Tests ähnlich reibungslos angelaufen. „Einzelne Schüler, die sich weigerten, sich testen zu lassen, mussten wir wieder nach Hause schicken“, so Schulleiterin Doreen Melms gegenüber der AZ. Nach Bekanntwerden des Gerichtsurteils kommen sie vorerst wieder zur Schule. Bereits sechsmal wurden die Schüler insgesamt schon getestet. Die Tests bezieht sie über die Verwaltung. Ein Ergebnis sei bislang positiv gewesen. Man bemühe sich, um entsprechend sensibel mit dem Thema umzugehen. „Ich habe im Vorfeld mit allen Klassen gesprochen. Ein positiver Selbsttest ist erst einmal ein Indiz für eine Infektion. Anschließend wird ein PCR-Test gemacht. Niemand wird an den Pranger gestellt, wenn es ein positives Ergebnis gibt.“ Melms gibt zu verstehen, dass es nicht einfach sei, mit den Folgen der Testpflicht in pädagogischer Hinsicht angemessen umzugehen. „Da entsteht schon ein gewisser Rechtfertigungsdruck. Viele Schüler können nicht nachvollziehen, warum sie trotz negativem Test weiter Masken tragen müssen.“

Kathrin Lehmann, Leiterin der Osterburger Grundschule, wollte sich auf Anfrage nicht äußern und verwies auf das Landesschulamt, was wiederum an das Ministerium verwies. Bis gestern Nachmittag erfolgte noch keine Antwort auf die Anfrage der AZ. Es ist davon auszugehen, dass die Testpflicht ab der nächsten Woche wieder gilt, da die neue Corona-Eindämmungsverordnung ab Montag in kraft tritt. Bislang gab es nur einen Erlass des Ministeriums. Dies hatte das Verwaltungsgericht in seiner jüngsten Entscheidung zur Testpflicht bemängelt.

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