Diskussion um Brandschutz des Ferkelaufzuchtbetriebes in Wasmerslage

Betreiber sieht sich gut gerüstet

Tierzucht in einer Sauenanlage findet in einem sehr beengten Raum statt.
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50000 Ferkel (Symbolbild) sollen ab 2025 in Wasmerslage Platz finden, falls der Betreiber den Rechtsstreit um die Erweiterung gegen die Stadt gewinnen sollte.
  • Tobias Henke
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In Alt Tellin in Mecklenburg-Vorpommern brannte Ende März ein Schweinezuchtbetrieb der LFD Holding aus. Über 50000 Ferkel und Sauen starben dabei. Nach der geplanten Erweiterung der Anlage in Wasmerslage wird diese ähnliche Ausmaße annehmen wie der Großbetrieb in Alt Tellin. Der Betreiber ist derselbe wie in Alt Tellin. Die AZ sprach mit Ralf Beke-Bramkamp, Sprecher der LFD über das Thema Brandschutz.

„Es gibt bei uns einen eigenen Brandschutzbeauftragten, der regelmäßig alle unsere Standorte besucht und dann auch mit den Feuerwehren vor Ort in regelmäßigem Kontakt ist. Wenn wir nicht alle Vorgaben einhalten, würden wir natürlich keine Genehmigung für den Betrieb erhalten“, führt der Sprecher aus.

Einen direkten Vergleich zwischen den Standorten Wasmerslage und Alt Tellin möchte Beke-Bramkamp nicht ziehen. „Das sind unterschiedliche Bautypen.“ Dies bestätigt auch Osterburgs Wehrleiter Sven Engel, der das anschaulich erklärt: „Nach meiner Kenntnis waren die Ställe in Alt Tellin direkt aneinander gebaut. Das macht es für die Feuerwehr bei den Löscharbeiten schwierig. In Wasmerslage grenzen die einzelnen Ställe nicht aneinander“, macht Engel auf einen deutlichen Unterschied aufmerksam.

Die Mesa Agrar GmbH, ein Tochterunternehmen der LFD und Betreiber der Anlage in Wasmerslage, befindet sich mit der Stadt Osterburg derzeit im Rechtsstreit um die Genehmigung für die Erweiterung auf rund 47000 Ferkelplätze. Sollte die Erweiterung genehmigt werden, würde dies nicht vor 2025 in die Tat umgesetzt, da dies in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen beiden Parteien so festgelegt wurde.

Im Falle eines Ausbaus gäbe es in Sachen Brandschutz für die dann deutlich größere Anlage noch Fragen zu klären, wie etwa die der Löschwasserversorgung. „Wir sind jederzeit bereit, einen Dialog zu führen, falls es offene Fragen geben sollte“, so der Sprecher der LFD. Eine Ursache für den Brand in Alt Tellin wurde noch nicht festgestellt. „Die Polizei ermittelt weiter in alle Richtungen“, informiert Beke-Bramkamp.

Der Brand schlägt auch politisch hohe Wellen. So sehen die Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking und der Osterburger Stadtrat David Elsholz (beide Grüne) einen funktionierenden Brandschutz in den Großanlagen zur Tiermast generell nicht gewährleistet (die AZ berichtete).

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