Musik und Literatur in Gedenken an Bücherfeuer

In Gedenken an die Bücherverbrennung im Mai 1933 gestalteten Charlotte Knappstein und Torsten Urban einen Abend.

to Osterburg. Dem Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 in Nazideutschland war eine musikalisch-literarische Veranstaltung in der Osterburger Stadt und Kreisbibliothek gewidmet.

Dazu begrüßte Bibliotheksleiterin Anette Bütow als Gestalter des Lesekonzertes die Künstler Charlotte Knappstein und Torsten Urban. Der Zuhörerraum war gut besetzt. Die von Knappstein vorgetragenen literarischen Texte sowie Lieder und Chansons stammen von den damals im Nazideutschland als „entartete Künstler“ diffamierten Autoren wie Erich Kästner, Anne Frank, Rose Ausländer, Mascha Kaleko, Irmgard Keun, Erika Mann, Ricarda Huch und Jan Petersen. Die Liste derjenigen Schriftsteller und Komponisten, deren Werke von den Nazis und aufgehetzten Studenten in deutschen Städten öffentlich verbrannt wurden, trägt hunderte von Namen. Deren Schaffen sollte für immer ausgelöscht werden.

Wie Bütow im Osterburger Kreismuseum recherchiert hatte, hätte es in Osterburg keine Bücherverbrennung gegeben, und die Öffentlichkeit hätte in der regionalen Presse auch keine Notiz von den brennenden Bücherhaufen anderswo genommen.

Mit dem Lied „Bei mir bist du schön“ eröffneten die beiden Künstler ihr Programm. Knappstein las als erstes Kästners Gedicht „Nachtgesang des Kammervirtuosen“ wegen dem der Schriftsteller seinerzeit seine Anstellung als Redakteur bei einer Zeitung verloren hatte.

Es folgte ein Auszug aus dem Buch „Eine von uns“ von Irmgard Keun. Knappstein sang dann das Lied „Eine Dame werde ich nie“. Dann las sie „Die Straße“ von Jan Petersen, in dem eine ganze Straße Solidarität mit einem von der SA abgeholten Widerstandskämpfer übt. Es folgten ausgewählte, in Briefform an Kitty verfasste Auszüge aus dem Tagebuch von Anne Frank. Texte von Ricarda Huch, Inge Buck, Rose Ausländer und anderen Autorinnen folgten. Dazwischen sang Charlotte Knappstein Weisen aus jüdischem Liedgut, von Zigeunern und mit „Bella ciao“ („Eines Morgens, in aller Frühe“) auch als ein altes Partisanenlied bekannt. Bei fast allen Liedern wurde sie von Urban auf der Gitarre begleitet.

Mit dem Eingangslied als Abschiedsgruß wurde die Veranstaltung beendet.

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