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Von Moldau bis Doktor Schiwago

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Vor dem wunderschönen hölzernen Kanzelaltar spielte das Beusteraner Bläserquartett mit Unterstützung von Ines Reetz an der Orgel. Fotos (3): Schaffer

Berge. In dem kleinen Ort Berge, einst ein Ortsteil von Behrendorf und heute zur Hansestadt Werben gehörend, befindet sich eine der ältesten romanischen Backsteinbauten der Altmark.

Dieses sehr große Gotteshaus mit einer Längsausdehnung von über 40 Metern ist in den vergangenen Jahren dachmäßig umfangreich saniert worden. Da diese Kirche im Gegensatz zu vielen anderen Gotteshäusern der Region nicht mit aufsteigendem Grundwasser zu kämpfen hat, ist ihr Inneres im Wesentlichen noch gut erhalten. Davon konnten sich am späten Sonntagnachmittag viele Besucher dieses Gebäudes überzeugen, die den Weg über den sehr gepflegten Friedhof durch das rundbogige Portal gingen, um dem angekündigten Bläserkonzert mit Orgelmusik zu lauschen.

Werbens Pastor Jan Foit freute sich besonders über die Resonanz zu diesem Konzert, welches unter dem Motto „Frühlingserwachen“ stand. Das Bläserquartett Beuster unter der Leitung von Halldor Beier gab vor dem herrlichen hölzernen Kanzelaltar von 1724 und neben dem Rest einer achteckigen Sandsteintaufe aus der spätromanischen Zeit ihr Debüt in dieser Kirche. Auch bei diesem Auftritt hatten sie die Organistin Ines Reetz vorteilhaft in das Programm integriert. Beinahe war ihr Auftritt in Frage gestellt, denn bei dem großen Wohnhausbrand in Wahrenberg stand diese transportable Orgel in dem Gebäude. „Aber Gott sei Dank“, so Pastor Foit, ging es mit kleinen Schäden an der Sitzbank noch gut ab.

Zum Auftakt erklang „Prelude“ von Marc-Antoine Charpentier, den meisten Zuhörern wohl unter der „Eurovisionsfanfare“ bekannt. Mit der Volksweise „Grüß Gott du schöner Maien“ gab dann die Orgel ihr Debüt. Georg Friedrich Händels Wassermusik oder die irische Volksweise „Möge die Straße uns zusammenführen“ ernteten genauso viel Beifall, wie die allen bekannten Lieder von all den Vögeln, die schon da sind oder der Forelle von Franz Schubert, die ihren Platz vor Bedrich Smetanas „Die Moldau“ fand. Ohne eine Wertigkeit vornehmen zu wollen, gefiel, gemessen an dem Beifall der Zuschauer, „Second Walz“ von Dimitri Schostakowitsch mit am besten. Dieser Walzer, der mehrfach auch in dem bekannten Film „Doktor Schiwago“ zu hören ist, fordert die Amateurmusiker immer wieder an die Grenze ihres Könnens. „Wir spielen diesen Walzer sehr gern und freuen uns dabei, aber, wir freuen uns noch mehr, wenn wir dieses anspruchsvolle Stück gut hinter uns gebracht haben“, so Halldor Beier, der dieses Konzert auch moderierte.

Orgel und auch die Bläsermusik hinterließen bei den Zuschauern einen sehr guten Eindruck. Ohne zwei Zugaben, bei der auch das russische Lied „Kolokoltschik“ zu Gehör kam, was die Zuschauer noch als besonderes Bonbon honorierten, durften die Musiker das wundervolle Konzert nicht beenden. Am kommenden Sonnabend, 21. April, gibt es in der Kirche zu Beuster um 17 Uhr ein weiteres Konzert mit dieser Besetzung zum Thema „Frühlingserwachen“.

Von Walter Schaffer

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