Nachfrage nach Beratung steigt

Mobiles Büro des Blinden- und Sehbehindertenverbandes informiert Betroffene

Im Auftrag des Blindenverbandes werden die Betroffenen durch das mobile Beratungsbüro unterstützt
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Susanne Templin (links) und ihre Kollegin Christiane Kümmel waren gestern mit ihrem Beratungsmobil auf dem August-Hilliges-Platz und zuvor in Seehausen.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Osterburg/Seehausen – „Blickpunkt Auge“ machte gestern Station in Osterburg und Seehausen. Hierbei handelt es sich um ein mobiles Beratungsbüro des Blinden- und Seebehindertenverbandes des Landes-Sachsen-Anhalt. Bei der Beratung geht es weniger um medizinische Dinge als darum, welche praktische Hilfe es gibt. Der stärker werdende Ärztemangel macht sich spürbar bemerkbar.

„Wir merken, dass es in den letzten Jahren mehr Leute gibt, die zu uns kommen. Das könnte auch am Ärztemangel liegen“, glaubt Susanne Templin, die gestern mit ihrer Kollegin Christiane Kümmel in Osterburg und Seehausen unterwegs war. Zweimal im Jahr steht das Beratungsbüro in beiden Städten zur Verfügung. In Stendal, Magdeburg, Halle und Dessau ist der Verband dauerhaft präsent. Mit dem Beratungsmobil werden dann kleinere Städte angefahren. „Wir werden zum Beispiel gefragt, welche Seehilfen es gibt, wenn die Brille nicht mehr reicht, oder ab wann man berechtigt ist, Blindengeld zu erhalten“, informiert Kümmel. Im digitalen Zeitalter gibt es immer mehr Hilfen, die es vor einigen Jahren noch nicht gab, wie etwa eine Kamera, die in eine Brille eingesetzt wird und sozusagen, dass sehende Auge einer Computerstimme ist, die über die Kamera aus Büchern vorlesen kann.

Detlef Neumann, Bürgermeister von Seehausen begrüßt solche mobilen Angebote. „Bei Allgemeinmedizinern sieht es ja noch gut aus, bei Fachärzten sieht das schon anders aus, auch wenn über das Krankenhaus einiges kompensiert werden kann“. Bei Augenkrankheiten allerdings müssen die Seehäuser bis nach Wittenberge fahren. Auch Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (FW) begrüßt Angebote wie das des Blinden- und Sehbehindertenverbandes. „Aber es kann natürlich die Ärzte vor Ort nicht ersetzen. Es werden einfach zu wenige Ärzte ausgebildet und nur sehr wenige entscheiden sich dann dazu, auf dem Land eine eigene Praxis zu eröffnen.

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