Landtags-Vize Miesterfeldt (SPD) befürwortet Osterburgs Israelpläne

Mitten im Nahost-Konflikt: „Dem muss man sich stellen“

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Gerhard Miesterfeldt sitzt für die SPD im Landtag.

Osterburg/Magdeburg. Eine mögliche Städtefreundschaft oder sogar -partnerschaft zwischen Osterburg und dem israelischen Meitar spaltet weiter die Meinungen.

Im Vorfeld der geplanten Reise einer Landesdelegation mit Osterburger Beteiligung vom 4. bis 9. Juni äußert sich nun Gerhard Miesterfeldt, Vizepräsident des Landtages, in der AZ. Der 60-Jährige ist Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Arbeitsgruppe Magdeburg, und Mitglied im Verein Neue Synagoge Magdeburg. Altmärker dürften ihn auch noch mit einem anderen Amt in Verbindung bringen. Ende der 90er-Jahre war Miesterfeldt Landrat in Stendal. Die AZ hat den Sozialdemokraten zu Israel befragt.

Interview

Wie bewerten Sie die Osterburger Initiative?

Ich begrüße jede Partnerschaft einer deutschen mit einer israelischen Stadt.

Was wissen Sie eigentlich über Meitar?

Meitar ist mir nur flüchtig bekannt, aber ich war schon in der nahe gelegenen alten Stadt Be’er Schewa. Das 1980 gegründete, 6600 Einwohner zählende Städtchen Meitar liegt direkt an der Grenze zum Westjordanland.

Das Vorhaben scheint nicht ganz unumstritten, da Meitar aus einer israelischen Siedlung hervorgegangen sein soll.

Ich sehe keine Gründe, die gegen eine Partnerschaft mit Meitar sprechen.

Welche Rolle sollte der scheinbar unendliche Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern beim Aufbau deutsch-israelischen Beziehungen spielen?

Wer mit Israel in ein partnerschaftliches Verhältnis tritt, der steht auch mitten im Nahost-Konflikt. Das trifft auch auf jede Städtepartnerschaft zu. Dem muss man sich stellen, intensiv informieren und sachlich auseinandersetzen.

Welche Chancen sehen Sie in einer Zusammenarbeit zwischen Osterburg und Meitar?

Es ist immer eine Chance, wenn Menschen miteinander in Kontakt treten. Sie lernen sich kennen, verstehen und hoffentlich auch solidarisch unterstützen. Das kann sich ausweiten auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, wie Wirtschaft, Kultur, Politik, Religion.

Skeptiker meinen, die Entfernung zwischen beiden Städten sei zu groß. Was sagen Sie dazu?

Was sind 4000 Kilometer verglichen mit der Größe des Weltalls und der Ewigkeit? Ernsthaft: Es ist eine überwindbare Entfernung.

Prof. Hans-Jürgen Kaschade, der Gründungsrektor in Magdeburg und Stendal, hat uns von einer Kooperation zwischen der Hochschule in Stendal und der Universität in Tel Aviv erzählt. Das Ganze muss jetzt etliche Jahre her sein. Sie waren damals in Stendal, welche Erinnerungen haben Sie an eine solche Kooperation?

Von dieser Partnerschaft ist mir nichts in Erinnerung geblieben.

Was wünschen Sie den Osterburgern?

Ich freue mich auf die Partnerschaft und will sie, so dies möglich ist, unterstützen.

Von Marco Hertzfeld

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