Reiner Haseloff zeigt sich begeistert vom Treiben in der Gladigauer Schusterwerkstatt

Ministerpräsident beim „An-ecker“

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Beate Henning (v.l.), Josepha Lazay und Mario Bannehr gehen in ihren Rollen auf. Die plattdeutsche Mundart scheint ihnen in die Wiege gelegt worden zu sein. 

Gladigau. „Wie viele Leute verstehen hier noch Platt“, wollte Ministerpräsident Reiner Haseloff vor Beginn der Vorstellung des Theaterstücks „Meister Anecker“ wissen. Pfarrer Norbert Lazay, verantwortlich für die Inszenierung, schätzte: „Vielleicht 20 Prozent.

“ Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz erinnerte sich sogleich lachend an seine Oma: „Sie hat immer auf Platt mit mir geschimpft. “ Übrigens hatte Haseloff bereits vom Dorftheater der Gladigauer gehört. Staatsminister Rainer Robra, dessen Großmutter aus Gladigau stammt, hatte ihm davon erzählt. Die Neugierde war geweckt und so hatten die Altmärker zum ersten Mal Besuch von einem Ministerpräsidenten.

„Man muss schon anerkennen, was hier geleistet wird. Woanders sprechen wir über Theaterschließungen und hier läuft es wunderbar“, lobte Schulz das Engagement der ehrenamtlichen Akteure. „Vor allem die Mundart ist nicht zu unterschätzen, gerade für die jüngeren Akteure“, gab Lazay zu bedenken. Die Schauspieler schafften es spielend, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Haseloff zeigte sich beeindruckt von den Mühen und dem Aufwand, den das Ensemble betreibt. Zahlreiches Equipment, wie die Ausstattung auf der Bühne, wurde mühsam aus der gesamten Altmark zusammengetragen. Das Stück spielt nämlich in einer Schusterwerkstatt um 1920. Gleich zu Beginn ging es mächtig lautstark zu.

Der hitzköpfige Schuhmachermeister Franz Anecker (Hans-Ulrich Pöpel), der wegen seines aufbrausenden Wesens auch „An-ecker“ genannt wird, ist nämlich schwer eifersüchtig. Schon länger hat er das Gefühl, dass Bürgermeister Heinrich Wedekamp (Mario Bannehr) ein Auge auf seine Frau Lene (Beate Henning) geworfen hat. Anecker und dem dauerbetrunkenen Altgesellen Matten (Torsten Dahms) entgeht allerdings, dass sich auch Schwägerin Elsbe Lemke (Josepha Lazay) über die Besuche von Wedekamp freut.

Übrigens lachte Haseloff herzhaft, als der Bürgermeister von den Damen des Hauses aufgefordert wurde, ruhig öfter vorbeizuschauen und beim Antworten eine Anspielung auf den Ministerpräsidenten machte. Die Wirren in der Schusterwerkstatt waren auf jeden Fall perfekt und erfreuten das Publikum, das immer wieder reichlich Applaus spendete.

Von Berit Wagner

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