„Mich ärgert die Ignoranz“

Geestgottbergerin beklagt Schäden durch Damwild – Behörden reagieren nicht

Regina Heinecke begibt sich auf Spurensuche. Seit Mai 2018 fällt das Damwild auf ihrem Grundstück ein, Behörden reagieren nicht. Foto: Westermann
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Regina Heinecke begibt sich auf Spurensuche. Seit Mai 2018 fällt das Damwild auf ihrem Grundstück ein, Behörden reagieren nicht.

Geestgottberg – Ungebetenen Besuch hat die Geestgottbergerin Regina Heinecke seit Mai 2018. Seit dieser Zeit fällt auf ihrem Grundstück an der Schulstraße Tag für Tag und Nacht für Nacht Damwild in Größenordnungen ein, das den Garten platt macht.

Die Tiere stammen aus einem Gehege am benachbarten Eickhof, auf dem es einen Besitzerwechsel gab und sich der neue Eigentümer aufgrund von Abwesenheit nicht um die Tiere kümmerte. Die Zäune wurden morsch, das Wild brach aus (die AZ berichtete).

Im April des vergangenen Jahres zählte die Altmärkerin 26 Exemplare, bedingt durch die Vermehrung Anfang dieses Jahres die stattliche Zahl von 33 Exemplaren. Sicherungsmaßnahmen wie jüngst die Erweiterung der Umzäunung auf ihrem recht großen Grundstück um circa 150 Meter brachten nicht den erhofften Erfolg. Das Wild fällt ein, rennt über die Beete und verursacht nicht geringe Fraßschäden. Jüngst gab sie aus einer Schreckschusspistole Schüsse in die Luft ab, die versuchte Vertreibungsaktion brachte nichts.

Eine Wildkamera nahm das Fressen der Tiere in Geestgottberg auf.

Enttäuscht ist die 69-Jährige von den Verwaltungen, die auf ihre Vorsprachen nicht reagierten. Sie wandte sich an das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Seehausen und auch an den Landkreis. Die Reaktionen auf Heineckes Problem waren gleich null. „Mich ärgert die Ignoranz“, sagt sie im AZ-Gespräch. Von der Jägerschaft erfuhr sie, dass es nur eine geringe Abschussquote für das Damwild gebe. „Dann muss die eben erhöht werden“, fordert die Geestgottbergerin und macht auch auf die Gefahren für den Verkehr aufmerksam. „Die Viecher laufen auf der Straße und auf den Bahngleisen. Mich wundert, dass noch nichts passiert ist.“ Regina Heinecke ist in Geestgottberg nicht die Einzige, die Probleme mit der üppigen Damwildpopulation hat. Auch die Kleingärtner an den Neubauten klagen immer wieder über erhebliche Fraßschäden.

VON THOMAS WESTERMANN

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