Gefahr für Feld und Wald: Landwirt soll Brandschützern zur Seite stehen

Mehr als ein bloßer Wasserträger

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Brandschützer, Landwirte und Förster am Wasserbehälter für den Ernstfall.

Osterburg – Landwirte und Brandschützer scheinen natürliche Verbündete.

Stadtwehrleiter Sven Engel und Nico Schulz, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, haben es angesichts der immer wieder hochschnellenden Waldbrandgefahr nicht bei Ankündigungen belassen und sich mit ihnen an einen Tisch gesetzt. Zwölf landwirtschaftliche Betriebe sind der Einladung gefolgt. Die Botschaft: Landwirte können und sollten selbst einiges leisten, allein schon deshalb, weil es der Gesetzgeber fordere. So müsse vor Beginn der Mäharbeiten ein Schutzstreifen zwischen Feld und Wald angelegt werden. Dadurch könnte Schlimmeres vermieden werden. Schnell setzt ein Funkenflug durch Maschinen ein Feld in Brand.

Bei einem Einsatz nahe Röthenberg vor ein paar Jahren konnte die Feuerwehr auch auf die Feldarbeiter zählen.

Traktoren mit Scheibeneggen ließen sich wirkungsvoll gegen Feldbrände einsetzen. Landwirte transportieren Löschwasser zum Einsatzort und geben es weiter an die Pumpen der Feuerwehr. Der Stadtwehrleiter erläuterte Möglichkeiten der Zusammenarbeit, schaute zurück auf Einsätze in Wald und Flur und betonte, wie wichtig ein gutes Miteinander auch für die Zukunft sei. Die Temperaturen sollen die nächsten Tage wieder deutlich über 30 Grad Celsius steigen, der Boden ist vielerorts staubtrocken, es droht ein heißer Sommer, wie es ihn schon im vergangenen Jahr gab. Keine guten Aussichten für Felder und Wälder. Landwirte und Brandschützer wünschten sich den weiteren Austausch, teilt Engel der AZ mit.

Die Brandbekämpfer haben an diesem Tag gleich einmal demonstriert, wie das Miteinander funktioniert, auch Mitarbeiter des Betreuungsforstamtes Arendsee schauten aufmerksam zu. Die Kameraden bekämpften ein angenommenes Feuer, bauten für das Löschwasser einen sogenannten Pufferbehälter auf, den im Ernstfall der Landwirt stetig füllen müsste. Das Wasser wird herausgesaugt und zur Einsatzstelle gepumpt. Die Einheitsgemeinde Osterburg ist reich an Wäldern und Feldern, allein 2018 hat es dort ein gutes Dutzend mal in kurzer Zeit gebrannt. Tief sitzt auch die Erinnerung an den größeren Waldbrand im September nahe Seehausen, auch die Biesestädter rückten an und verhinderten eine Katastrophe.

Engel, der auch Wehrleiter der gesamten Einheitsgemeinde Osterburg ist, schaut gern über den Tellerrand hinaus und will immer wieder das große Ganze sehen und bewerten. Der Biesestädter wünscht sich eine gemeinsame Offensive, auch wenn der Brandschutz zunächst eine rein kommunale Aufgabe ist. Der Landkreis Stendal müsse sich in Magdeburg für Fördermittel starkmachen, hatte Engel schon Ende April in der AZ gefordert. Die vom Land angekündigten Vegetations-Tanklöschfahrzeuge, eines pro Landkreis, reichten nicht aus, ist der Altmärker überzeugt. Und überhaupt: Der gesamte Fuhrpark einer Gemeinde sollte viel stärker auf Wasserträger und Tanks mit größerem Volumen umgestellt werden. Natürlich koste das Geld und Zeit. „Wir müssen jetzt damit beginnen.“

VON MARCO HERTZFELD  

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