Polkerner nutzt Bundesfreiwilligendienst auf Gut Priemern als Sprungbrett

Ein Maurer sattelt um und wird Suchthilfe-Therapeut

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Michael Camin will beruflich umsatteln und nutzt den BFD als Sprungbrett. Seit Oktober 2011 konnten auf Gut Priemern insgesamt 13 dieser Plätze besetzt werden. In Sachsen-Anhalt sind momentan mehr als 2000 Menschen im Bundesfreiwilligendienst tätig, in ganz Deutschland über 39 000.

Priemern. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) kann ein Sprungbrett für Quereinsteiger sein. Michael Camin ist einer von zwei Bundesfreiwilligen auf „Gut Priemern“. Seit Oktober 2014 unterstützt der 37-Jährige die Mitarbeiter im Wohnbereich der Suchthilfe.

Zum 1. Mai wird der Polkerner eine Festanstellung im „Sozialtherapeutischen Zentrum“ bekommen, unter der Voraussetzung, dass er berufsbegleitend eine Ausbildung zum Erzieher absolviert. Der Ostaltmärker hatte zuvor als Maurer und Bauhandwerker gearbeitet und war dann arbeitssuchend. Sein klares Ziel im künftigen Berufsleben: Arbeitstherapeut werden. Denn schon jetzt wisse er: „Hier bin ich richtig. “

Für den sozialen Bereich habe er sich eigentlich schon immer interessiert. „Ich wollte Fuß fassen, etwas Neues machen, und ich helfe gern.“ Als Mitarbeiter in der Suchthilfe betreut Camin Menschen mit Behinderungen, die infolge einer Alkohol- oder Drogenerkrankung Unterstützung benötigen. Dabei stehe die Hilfe zur Selbsthilfe immer im Vordergrund. „Ich kann mich reinfühlen in die Lebenssituationen der Menschen und weiß, wie sie ticken“, glaubt der angehende Erzieher-Azubi.

Auch für Ina Berndt sei der BFD auf Gut Priemern zum Sprungbrett geworden. Im Januar 2014 wurde sie nach ihrem Bundesfreiwilligendienst als Mitarbeiterin für den Nachtdienst der Suchthilfe übernommen. Aktuell sind zwei BFD-Stellen offen, sowohl auf Gut Priemern als auch in der Stendaler Tafel. Bewerbungen seien jederzeit möglich, heißt es in einem Schreiben.

Im Sozialtherapeutischen Zentrum (STZ) Gut Priemern sollen nicht zuletzt Menschen mit einer Suchterkrankung lebenspraktische Hilfen erhalten. Auf den 16 Hektar biete das Gut genug Platz und ausreichend Möglichkeiten für zahlreiche Therapien, unter anderem in der Gärtnerei und in der Kleintierhaltung. „Den Bewohnern und Bewohnerinnen soll hier ermöglicht werden, ihren persönlichen Lebensraum in der Gemeinschaft zu gestalten und ein neues Realitätsbewusstsein zu entwickeln, um weitestgehend eigenverantwortlich leben zu lernen“, heißt es in einer Mitteilung aus Priemern weiter.

Der BFD ist 2011 in Deutschland eingeführt worden und soll ein Angebot für alle sein, die sich für das Gemeinwohl engagieren wollen. Der Dienst dauert in der Regel zwölf Monate und ist verlängerbar bis auf 18 Monate. Die Tätigkeit wird vergütet. Weitere Infos: www.bundesfreiwilligendienst.de.

Von Marco Hertzfeld

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