Geschäftsführer verlässt LFD Holding / Bürgermeister von Personalie überrascht

Osterburg: Mastanlage an Investor verkauft

Jörn F. Göbert (stehend) ist nicht mehr Geschäftsführer der LFD Holding. Das Unternehmen, das die Mastanlage in Wasmerslage betreibt, wurde verkauft.
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Jörn F. Göbert (stehend) ist nicht mehr Geschäftsführer der LFD Holding. Das Unternehmen, das die Mastanlage in Wasmerslage betreibt, wurde verkauft.

Osterburg – Die LFD Holding hat einen neuen Besitzer. Das Unternehmen, das über sein Tochterunternehmen, die Mesar Agrar GmbH die Schweinemastanlage in Wasmerslage betreibt, ist verkauft worden. Der bisherige Geschäftsführer des Unternehmens, Jörn F.

Göbert, verlässt die LFD Holding. Dabei hatte es erst kürzlich noch ein Gespräch mit Vertretern der Stadt gegeben.

„Ich bin völlig überrascht“, so Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) gegenüber der AZ. Die Stadt führt derzeit einen Rechtsstreit. Sie klagt gegen die Genehmigung durch das Landesverwaltungsamt, die es dem Unternehmen erlaubt, die Mastanlage auf einen Bestand von über 40 000 Ferkeln zu erweitern. Kürzlich gab es ein Gespräch zwischen der LFD Holding und Vertretern der Stadt, bei dem man nun einen möglichen Kompromiss erörtern wollte. „Bei dem Gespräch hat Herr Göbert noch gesagt, er selbst wolle die LFD Holding übernehmen“, so Schulz. Dass er dies wollte, bestätigt auch Dr. Ralf Beke-Bramkamp, Sprecher der LFD Holding. „Das stand zum Zeitpunkt des Gesprächs noch im Raum, dass Herr Göbert das Unternehmen übernimmt. Und es waren auch keine fachlichen Gründe, die gegen ihn gesprochen habe, doch es wurde eine andere Entscheidung getroffen.“ Das Bieterverfahren für den seit rund zwei Jahren laufenden Verkaufsprozess hat die „Terra Grundwerte AG“ aus der Schweiz für sich entschieden. Sie ist der neue Eigentümer. Einen neuen Geschäftsführer hat sie noch nicht eingesetzt. „Wir werden bei Gelegenheit auf die Stadt zugehen. Aus unserer Sicht haben alle Absprachen Bestand“, so Beke-Bramkamp.

Von Bürgermeister Schulz ist zu erfahren, dass sich vorerst nichts geändert habe und die Stadt an ihrer Klage gegen das Landesverwaltungsamt festhalten werde.

Ein Antrag der AfD-Fraktion, der Grund für den erwähnten Gesprächstermin Anfang Februar hinter verschlossenen Türen war, hatte vorgesehen, die Klage zwar aufrechtzuerhalten, aber sich baulichen Veränderungen vor einer Gerichtsentscheidung nicht in den Weg zu stellen. Der Betreiber könnte mit den Arbeiten dann bereits beginnen und müsste im Fall einer Gerichtsentscheidung zugunsten der Stadt Osterburg dann bereits begonnene Maßnahmen zurückbauen.

„Ich habe direkt den Bürgermeister angerufen und darum gebeten, den Antrag noch nicht in die nächste Stadtratssitzung einzubringen, ist von Sandra Matzat (AfD) zu erfahren. Sie möchte auf Nummer sicher gehen, dass auch ohne Ex-Geschäftsführer Göbert alles beim Alten bleibt und die jüngste Annäherung Bestand hat.

VON TOBIAS HENKE

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