Erzieherinnen nähen

Bürgermeister bringt Spendenaktion auf den Weg: 300 Masken selbst gefertigt

+
Nico Schulz überreichte dem Krankenhaus in Seehausen am Donnerstag 300 Masken als Spende. Diese waren von Erzieherinnen aus Osterburger Kindereinrichtungen genäht worden. 

Osterburg/Seehausen – Nico Schulz, biesestädtischer Bürgermeister (Freie Wähler), hat eine Spendenaktion initiiert. Am Donnerstag wurden dem Seehäuser Krankenhaus 300 Schutzmasken übergeben, die von acht Erzieherinnen genäht wurden.

Schulz reagierte damit auf einen Aufruf des Krankenhauses.

„Ich habe von dem Aufruf in der Zeitung gelesen und überlegt, wie die Stadt Osterburg helfen kann.“ Anschließend habe er in allen städtischen Kindergärten angefragt, ob unter den dortigen Erzieherinnen auch solche sind, die über Kenntnisse im Nähen verfügen. Hinter der Anfrage steckte auch eine pragmatische Überlegung. „Aufgrund der Notbetreuung in den Einrichtungen haben die Erzieherinnen etwas mehr Zeit als sonst, denn sie sind ja trotzdem im Dienst“, führt Schulz aus. Insgesamt acht Erzieherinnen aus Rossau, Walsleben und aus der Osterburger Kita „Jenny Marx“ nähten zusammen 300 Mund-Nase-Masken. „Schutzmasken darf man dazu nicht sagen“, erläutert Schulz. Dies hat lizenzrechtliche Gründe.

Die genähten Masken sind für das medizinische Personal des Seehäuser Krankenhauses vorgesehen. „Ich sehe mich da auch deshalb in der Verantwortung, weil im Krankenhaus in Seehausen ja auch viele Patienten aus Osterburg liegen“, so Schulz. Insgesamt kamen bei dem Aufruf des Krankenhauses 800 Masken zusammen. Somit wurden mehr als ein Drittel von den Osterburger Erzieherinnen angefertigt.

Das Material, das man für die Masken benötigt hat, wurde durch das Krankenhaus zur Verfügung gestellt, sodass für die engagierten Helfer keine Kosten anfielen. Während es bei Desinfektions- und Narkosemitteln derzeit im Gegensatz zu manch anderen Krankenhäusern in der Region keinerlei Engpässe gibt, fehlt in Seehausen immer noch genügend Schutzausrüstung (AZ berichtete). Aus diesem Grund hatte das Krankenhaus vor drei Wochen einen Aufruf gestartet und um selbst gebastelte Masken gebeten.

Die Resonanz auf den Aufruf war insgesamt sehr erfreulich. Das Krankenhaus rüstet sich so auch mit der Unterstützung von freiwilligen Helfern für den Ernstfall. Derzeit ist noch kein Patient mit Covid-19-Verdacht in dem Krankenhaus in Behandlung. Doch dies könnte sich schnell ändern.

VON TOBIAS HENKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare