Fünftes „Made in Germany“- Festival lockt Besucher in die Biesestadt

Osterburg. Gute Musik und leidenschaftlicher Fußball sind zwei Garanten für ein gelungenes Wochenende – da sind sich viele einig. Die geballte Ladung von beidem wurde den Besuchern von Freitag bis Sonntag in der Biesestadt geboten. Dort fand am Freitag bereits zum fünften Mal das „Made in Germany“-Festival im Rahmen des Sparkassen-Cups der Kreissparkasse Stendal statt. Keine Frage: Für Jugendliche und Erwachsene der Höhepunkt des Wochenendes.

Und sie wurden nicht enttäuscht. Angesagte nationale Musiker wie Mia und Miss Platinum verwandelten das Gelände der Landessportschule in einen bebendes Klangmeer. Eine Welle der Begeisterung entfesselten am Sonntagnachmittag Monika Martin und Die Schäfer mit Schlagern und Volksmusik. Mia – der Star des Abends, auf den die im Vergleich zu den Vorjahren kleiner gewordene Menge angespannt wartete.

"Made in Germany" in Osterburg

Zurecht, denn Mieze und ihre Jungs hatten sichtlich und hörbar Lust darauf, Musik zu machen. Mit Leib und viel Seele. Wer kurz vor Mitternacht noch stehen konnte und schon in dem Alter war, diese Show ohne erwachsene Begleitung zu genießen, kam voll auf seine Kosten. Genau wie bei Miss Platinum, die dem Publikum vor allem jüngere Werke präsentierte. Balkanbeats aus Anfangszeiten waren Mangelware, störte aber nur wenige Jünger der ersten Stunde. Ein Schicksal, das wohl die meisten Opener dieser Welt teilen – die Kids trinken fern von der elterlichen Aufsicht, 20 einsame Fans drängen sich ans Gitter, als würden 50 000 von hinten drücken und lediglich die ersten Drei hüpften, als der Frontmann dazu auffordert.

Dabei sind die Münchner Jungs von Exklusive eine sehr gut hörbare Gruppe. Auch wenn die Hälfte der Band einen eher gelangweilten Eindruck macht. Die sprichwörtliche „Rakede“ zündete die musikalische Einheit mit selbig zündenden Namen. Die erste Vielzahl an Händen ging in die Höhe. Es hatte gefunkt. Die Leute waren mit der zweiten Combo dort, wo sie sein sollten – vor der Bühne. Weg von der Chinapfanne, den Pommesständen, Energydrinks und Bier. Das Line-Up rundeten das lässige Pop-Rap-Duo Sam und die Band Gloria ab. Letztere schien allerdings mehr Jubel für das Erscheinen des Blödel-TV-Moderators Klaas Heufer-Umlauf zu ernten, als für die musikalische Kraft. Radio-Pop, gespielt von tollen Musikern, die mehr verdient hätten, als einen Frontmann, der stimmlich schwächelte und die Menge vor sich davon überzeugen wollte, dass es in Osterburg doch viel besser sei als in dem Berlin, wo er auch nur wegen der Arbeit sei.

Dass er mit viel Gefühl seine Musik lebt, das nahm man ihm ab. Die Freude, genau auf dieser Bühne zu stehen, eher nicht. Grund zur Langeweile gab es für Tanzwütige auch ohne Musik direkt von der Bühne nicht. Während der Umbaupausen, wenn gerade keine Moderation über die Anlage schallte, wurde im Partyzelt neuste Musik aufgelegt. Zum Moderator, der stolz darauf ist, dass ihn die Band Gloria zum Bartwuchs animierte – kein Kommentar. Oder soviel: Zum Lückenfüller in den Pausen haben die Sprüche gereicht.

Fünf „Made in Germany“-Open Airs sind nun Geschichte. Vielleicht belässt es der Veranstalter auch dabei. Das Interesse für Kultur in der Altmark scheint der Tendenz nach unten zu folgen. Ob das an der Veranstaltung liegt, das müssen die vor kurzem neu aufgestellten Organisatoren für sich klären. Und auch wie stark die Werbetrommel gedreht wird, um auch Menschen aus anderen Teilen der Republik nach Osterburg zu locken.

Mit einem Tag Pause im Zeichen des Fußballpokals ging es am Sonntag um 14 Uhr in die musikalisch zweite Runde. Das Partyzelt war komplett ausverkauft. Nach dem gelungenen Schunkel-Auftakt der Osterburger Blasmusiker gaben Die Schäfer ihr Liedgut zum Besten, was die 800 Gäste schon beim zweiten Lied mit stehendem Beifall quittierte. Mit „ein wunderschöner Tag“ sangen alle ausgelassen gegen das trübe Wetter an. Schlagerstar Monika Martin bildete den krönenden Abschluss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare