Biedermeier-Christmarkt bot Genüsse für Augen, Ohren und Gaumen

„Es macht riesigen Spaß“

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Cornelia Neumann und Werner Preuß sind jedes Jahr auf dem Christmarkt vertreten. Die Lüneburger schätzen die besondere Atmosphäre.

Werben. Elektrisches Licht und Strom waren tabu, schließlich waren diese Dinge den Menschen in der Zeit des Biedermeiers völlig fremd. Wie es sich gelebt hat zwischen den Jahren 1815 bis 1848, konnten Interessierte am Wochenende in der kleinsten Stadt Sachsen-Anhalts erfahren.

Der achte Biedermeier-Christmarkt sorgte dafür, dass Hunderte sich auf den Weg machten, um dieses besondere Flair im Schutze der mächtigen Johanniskirche zu erleben. Gerade Händler und Mitwirkende ist es stets eine Freude, sich wie im Biedermeier zu kleiden und typische Waren wie Holzspielzeug, feine Seifen, Kräutersalze, Goldnüsse, Scherenschnitte und anderes von Hand Gefertigtes anzubieten. Von Beginn an sind Cornelia Neumann und Werner Preuß aus Lüneburg mit dabei, wenn die Biedermeierzeit Einzug in die Hansestadt hält. Das Duo bietet Leckereien feil, süße Buchteln und heißer Holundersaft gehören zu den Publikumsrennern. „Es macht uns riesigen Spaß“, so Cornelia Neumann, zumal die Besucher so nett seien. Und das sei schon vor acht Jahren so gewesen, als der Christmarkt seine Premiere feierte. Preuß beguckt sich jedes Jahr die Elbestadt, „der Ort hat sich inzwischen sehr verwandelt“, stets gebe es Neues zu entdecken. Dort wurde wieder ein Haus saniert oder ein Fleckchen auf Vordermann gebracht.

Nicht nur die insgesamt 45 mit derben Stoff bespannten Buden hatten Sehenswertes im Angebot. Für das Drumherum war Sorge getragen. Märchenstunde, Puppenspiel, Weihnachtsmusical, Figuren- und auch Papiertheater luden zum Verweilen ein. Mitglieder der Werbener Feuerwehrblaskapelle spielten auf und auch der in der Adventszeit so gern gesehene Mann mit Bart ließ sich zur Freude der Kinder blicken. Anziehungspunkt war zudem die Johanniskirche. Eine Ausstellung zeigte Bilder des Werbener Malers Christian Köhler, der in der Biedermeierzeit aktiv war.

Mehr als nur gut besucht war das traditionelle Adventskonzert in der Kirche. Sangesfreudige des Gemischten Chores Werben, des Männerchores Seehausen und des Gemischen Chores „Alandspatzen“ Krüden ließen ihre Stimmen erklingen. Zum Abschluss des Christmarktes nochmals ein wahrer Ohrenschmaus. Das Konzert für Chor und Orchester der Regionalkantorei Osterburg bot den etlichen Zuhörern das Magnificat von Antonio Vivaldi.

Von Berit Boetzer

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