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„Es ist wichtig, Gesicht zu zeigen“

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Von: Thomas Westermann

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Friedensdemo in Osterburg
Bürgermeister Nico Schulz (l.) dankte während der Demonstration den Osterburgern für die Spendenbereitschaft. Zu den Rednern gehörte auch der Vize-Präsident des Landtages von Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert (2.v.r.) © Westermann

Osterburg. „Die Waffen nieder“: Dieses Motto stand am Freitagnachmittag in Osterburg für die Demonstration auf dem Osterburger Platz des Friedens, zu der die Links-Partei eingeladen hatte. Damit sollte ein klares Zeichen gegen den Ukraine-Krieg gesetzt werden.

Immer wieder werde gerätselt, was die Gründe für die russische Aggression gegen das osteuropäische Nachbarland gewesen seien, hieß es. Wulf Gallert, Vize-Präsident des Landtags von Sachsen-Anhalt, wollte sich während seiner Rede nicht ganz festlegen, doch er vermutet unter Putins Regierung Großmachtstreben, Militarismus und Nationalismus. „Wir stehen an der Seite der Ukraine.“ Dies bekundeten auch die Demonstranten, die ukrainische Fähnchen bei sich hatten. Auf ihren Transparenten stand unter anderem: „Brot für die Welt und nicht Waffen für die Welt“, „Stoppt Rüstungskrieg“ und „Abrüstung statt Aufrüstung“.

Weitere Redner waren die Linken Klaus-Jürgen Schulz, Jürgen Emanuel und Bernd Kloss. Letzterer, Jahrgang 1945, engagierte sich im Westen Deutschlands für Ostermärsche und die Friedensbewegung. Krieg dürfe nicht sein, äußerte er. „Und heute? Das Unvorstellbare ist eingetreten: Wir haben Krieg, und der Aggressor ist Russland. Eine bittere Niederlage also. Alle Friedensanstrengungen sinnlos? War ich zu naiv für die harten Realitäten dieser Welt? Muss der Frieden also bewaffnet sein?“, fragt sich der Wanzeraner und stellt Forderungen: Statt der Aufrüstung um 100 Milliarden Euro sollten 100 Milliarden Euro für Bildung und Soziales, gegen die Kinderarmut und für die Energiewende ausgegeben werden. „Wir fordern höhere Beiträge der deutschen Regierung für die UNO, für das Kinderhilfswerk, für die WHO, für den Welternährungsfonds und die Flüchtlingshilfe.“

Zu Wort meldete sich auch Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler), der die Hilfsbereitschaft der Osterburger in Sachen Flüchtlingshilfe sehr lobte und dafür dankte. „Die Spendenlager sind voll. Wir können vorerst keine Dinge mehr annehmen.“ Zudem erinnerte er daran, dass die Hansestadt aufgrund des Leerstandes Wohnungen zur Verfügung stellen könne, die hergerichtet worden sind. „Osterburg ist ein guter Zufluchtsort für Flüchtlinge.“ Osterburgs Pfarrer Gordon Sethge sagte: „Es ist wichtig, Gesicht zu zeigen.“

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