„Es lief besser als erwartet“

+
Wilfried Hotowetz, Martin Ahrndt, Carsten Pengel, August Becker (Geschäftsführer), Carsten Steinke (Vorsitzender) und Otto Benecke (v.l.) wurden in den neuen Vorstand der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide gewählt.

lig Osterburg. Welche besseren Möglichkeiten die Landwirte auf einem globalen Markt haben, wann sie sich zu Erzeugergemeinschaften zusammenschließen, wurde auf der Mitgliederversammlung der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide im Hotel „Zum Kanzler“ in Osterburg deutlich. Nachdem der Vorsitzende Carsten Steinke die Versammlung eröffnete, gab der Geschäftsführer August Becker den Bericht zum vergangenen Wirtschaftsjahr und stellte die Aufgaben für das Jahr 2011 vor.

2010 war ein verrücktes Jahr. Das Wetter überraschte die Landwirte mit negativen Rekorden. Große Schneemassen, ein spätes Frühjahr, extreme Nässe, glühende Hitze und Dauerregen waren die Ursachen für Ertragseinbußen, Qualitätsminderung und erhebliche Ernteschwierigkeiten. Vernässte Flächen sorgten weiter für Probleme bei der Herbstbestellung und den Aufwuchs der Wintersaaten.

Ein Trost waren die Erzeugerpreise für Getreide und Raps, die durch geringe Ernten in Südamerika und dem Schwarzmeergebiet bedingt waren. Überraschenderweise waren auch die eigenen Ernteergebnisse besser als erwartet. Im Durchschnitt wurden in der Erzeugergemeinschaft ein Getreideertrag von 61,1 Doppelzentnern je Hektar erreicht, das sind 4,5 Doppelzentner über dem Mittel der vergangenen Jahre. Auch der Rapsertrag war mit 36 Doppelzentnern gut. Während der Ernte gab es an einigen Annahmestellen Wartezeiten von bis zu 57 Minuten, was eine Verteuerung der Erntekosten bedeutet.

August Becker wagte für das Jahr 2011 eine Prognose. Danach sind die Erzeugerpreise zur Zeit sehr gut und bei steigender Nachfrage, vor allem in den Schwellenländern, und werden auch längerfristig bleiben. Die landwirtschaftlichen Rohstoffe haben wieder einen Wert. Das weckt natürlich die Begehrlichkeiten der Finanzmärkte. Es besteht auch die Gefahr, dass kapitalstarke Investoren landwirtschaftliche Flächen kaufen und der Wettbewerb um die Flächen noch mehr angeheizt wird. Mit steigender Tendenz volatiler Preise wird es immer schwerer, den Preis für eine Zeit voraus zu sagen. Darum sollte das Erntegut bei Kontrakten, die vom Handel schon für das Jahr 2012 angeboten werden, auf mehrere Lieferungen aufgeteilt werden. August Becker schlug vor: „Wer noch keine Kontakte mit dem Handel hat, sollte es sofort tun.“

Neu für die Erzeugergemeinschaft ist die Substratbeschaffung für den Biogasstandort Seehausen. Er zitierte jedoch einen Börsenmakler mit den Worten: „Immer wenn man glaubt, den Schlüssel zum Markt gefunden zu haben, wird das Schloss ausgewechselt.“

Als Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2011 wurden beschlossen: Ständige Beobachtung der Märkte und umfassende Information an die Mitglieder. Ausgewogene Düngungssysteme, Optimierung des Mähdreschereinsatzes, Organisation der Bodenuntersuchungen, eine Feldrundfahrt und eine Exkursion zu erfahrenen Berufskollegen sind weiter angedacht.

Bei den folgenden Neuwahlen wurden Wilfried Hotowetz, Martin Ahrndt, Carsten Pengel, August Becker (Geschäftsführer), Carsten Steinke (Vorsitzender) und Otto Benecke in den Vorstand der Erzeugergemeinschaft gewählt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare