Der Letzte macht das Licht aus

Da hilft auch die Laterne im Fahrradkorb wenig. Sauer reagieren Anwohner des Ahornweges auf die dunklen Straßen. Die rostigen Lampenmasten sind ohnehin ein Ärgernis. Wenn die Lampen nicht leuchten dürfen, dann sollten auch diese Schandflecke verschwinden.

Osterburg - Von Jörg Gerber. „Der Letzte macht das Licht aus“ wird oft als Beispiel genannt, wenn jemand genug hat, unzufrieden ist und daraufhin seine Heimat verlässt. Im Fall der Einheitsgemeinde Osterburg wurde den Bürgern bereits das Licht ausgemacht. Vertreiben wollen sie sich allerdings nicht lassen.

Eine Einheitsgemeinde musste es sein. Große Gebilde werden geschaffen, um Geld zu sparen. „Das Fahrrad nicht zweimal erfinden und uns hat es überhaupt nichts gebracht“, warnten Anwohner im benachbarten Niedersachsen, wo das vor etwa 20 Jahren durchgezogen wurde. Und nun: Beispiel Straßenbeleuchtung. Bisher brannte diese immer. In der Einheitsgemeinde nicht mehr.

In Ballerstedt regt sich Protest, dort wollen Anwohner sogar am kommenden Sonnabend auf die Straße gehen (siehe Kasten). In Osterburg mehren sich die Stimmen, die Menschen sind unzufrieden, der Grund, die abgeschalteten Straßenlaternen.

Da kommt auch wieder das Stadttor ins Gespräch, welches der Bürgermeister der Einheitsgemeinde gerne möchte. Aufgestellt in der Nähe des August-Huchel-Platzes, kann die Stadt nach Norden hin abgeschlossen werden, so die verärgerten Anwohner. Sie sehen den Norden als stark vernachlässigt und das nicht nur, wenn es darum ging, die vielen Supermärkte in der Stadt anzuordnen.

Beispielsweise ist es am Ahornweg in den zurückliegenden Tagen in der Nacht stockfinster. Ohnehin wurden zu DDR-Zeiten dort die Laternen mit einem weiteren Abstand bedacht. Nun werden sie ganz abgeschaltet. Es ist schon richtig gefährlich mit dem Rad dort in der Nacht zu fahren. Abgestellte Autos werden erst im letzten Moment erkannt. Schon ironisch meinen die Anwohner, dass die Verwaltung die Straßenlampen doch besser ganz entfernen sollte. Wenn sie schon kein Licht mehr spenden, wer möchte dann diese rostigen Masten stehen haben. Seit Jahren wurde nämlich nichts daran gemacht. Und die Ironie geht weiter. Anwohner der Rosenstraße, die übrigens hell erleuchtet war, wollen eine Anfrage an die Stadt stellen, ob sie die Rasenkantensteine vom kleinen Park zwischen Krumker Straße und Birkenweg mit nach Hause nehmen können. Die Steine, die einst die vorhandenen Wege begrenzen sollten, sind so zugewuchert, dass von ihnen längst nichts mehr zu sehen ist.

Am meisten aber beschäftigt die Bürger die Dunkelheit. Schon einmal waren Einbrecher im Ahornweg unterwegs und sind in mehrere Häuser eingebrochen. Solche Ganoven werden nun noch unterstützt. Auf der anderen Seite werden Notärzte, Rettungskräfte und auch Zeitungszusteller in Ausführung ihrer Arbeit erheblich beeinträchtigt. Diese Sparmaßnahme sollte von den Stadträten doch nochmals überdacht werden, sind sich die Anwohner einig.

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