Seit Mittwoch keine Spur mehr vom Vogel / Nistplatz wird angesteuert

Laternenstorch fliegt davon

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Der Laternenstorch A 277 hat die Biesestadt am Mittwochvormittag wieder verlassen. Bevor die Störchin abhob und gen Norden flog, gelang dem Osterburger Jörg Gerber noch dieser Schnappschuss.

Osterburg. Der Storch ist wieder weg. Besser gesagt die Störchin. „Osterburger meldeten, dass sich der Laternen-storch A 277 bereits am Mittwoch gegen 10. 30 Uhr in die Lüfte erhob und seit dem nicht mehr gesehen wurde“.

 Das berichtet Amtstierarzt Dr. Thoralf Schaffer auf Nachfrage der AZ.

Doch wo will sie hin? Das 13-jährige Tier wird wohl auf den Weg in ihr Nistgebiet sein. Und das liegt noch einige Hundert Kilometer entfernt von der Biesestadt. Sie zieht gen Norden. Der Weg führt die gefiederte Dame nach Langenhanshagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der einige Tage andauernde Zwischenstopp ist auf den nochmaligen Wintereinbruch zurückzuführen. Anwohner gaben dem Tier auch etwas zum Fressen. Laut Schaffer empfiehlt sich dafür allerdings nur roher Fisch oder handelsübliches Hundefutter.

Sein Winterquartier hat der Laternenstorch übrigens in Thüringen. „Der Storch ist also ein Profi in Sachen ,deutscher Winter‘, so dass ich hier kein Problem sehe“, erklärt Schaffer. Der Ring, den die Störchin trägt, verrät, dass es sich um ein Tier handelt, das durch die Vogelwarte Radolfzell am Bodensee beringt wurde. „Mit Hilfe der wissenschaftlichen Vogelberingung werden vielfältige Fragen, zum Zug der Vögel, aber auch zu anderen Gesichtspunkten, wie zu ihrer Lebensweise, zu Populationsentwicklungen, Produktivität und für ihren Schutz, bearbeitet“, erklärt Anne Bär, Ringfundbearbeiterin des Max-Planck-Instituts für Ornithologie.

Im Lebenslauf der Störchin, der der AZ vorliegt, wurde die Zwischenlandung in der Biesestadt bereits fein säuberlich Schwarz auf Weiß notiert: weitere Beobachtungen bis 12 März hielten Ordnungsamt und Feuerwehr in Atem; Entfernung 427 Kilometer, Richtung 34˚, vergangene Zeit 4637 Tage (jeweils bezogen auf die Beringung). Stets im März oder April wird die Gefiederte laut Lebenslauf in Langenhanshagen gesichtet. Im Schriftstück vermerkt mit dem Zusatz nestbauend oder brütend, mit Partner. Am 8. März 2010 hatte sie einen Gastauftritt im brandenburgischen Perleberg, am 6. April in Wittenberge. Aus der Biesestadt gab es nun dieser Tage die erste Meldung einer Beobachtung.

Übrigens ist auch in dem Lebenslauf vermerkt, dass das Tier wenig Scheu zeigt. Dies verwunderte auch schon die Osterburger (die AZ berichtete).

Von Berit Wagner

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