Langer Winter brachte den Tod

Viele Fische überlebten den langen Winter nicht.

Sandauerholz - Von Jörg Gerber. Ein kalter Winter, verbunden mit sehr viel Schnee, liegt hinter uns. Leider mit einer negativen Begleiterscheinung. Vor allem in kleineren und flachen Gewässern haben es viele Fische nicht überlebt.

Mit trauriger Miene stehen Daniel Bensch und André Hahn an „ihren“ Angelgewässern. Für die beiden Petriejünger ist es ein Anblick des Grauens. Das sind schon ihre „Freunde“, die da tot im Wasser treiben. Jetzt, nachdem der Schnee weg und das Eis geschmolzen ist, kommt es zu Tage. Sehr viele Fische haben den Winter nicht überlebt.

Stunden, ja Tage, verbringen die beiden Hobbyangler an den Gewässern des Landkreises Stendal. Nicht allerdings dazu, dass der Fisch als Braten auf den schön gedeckten Mittagstisch kommt. Angeln ist ihr Hobby, vor allem wollen sie die Bekanntschaft mit größeren Karpfen, Zander oder Hechte machen. Hat einer angebissen, kommt auch die Abhakmatte zum Einsatz. Eine Abhakmatte ist eine weich mit Schaumstoff oder Polystyrol gepolsterte Matte, die dazu dient, einen gefangenen Fisch ohne Verletzungsgefahr vom Haken befreien zu können, um ihn danach wieder frei zu lassen. Die Abhakmatte besteht aus einem wasserabweisenden Material, das die Schleimschutzschicht des Fisches nicht beschädigt.

Die Benutzung von Abhakmatten ist besonders unter den spezialisierten Karpfenanglern verbreitet, aber auch beim Raubfischangeln sollte eine Abhakmatte verwendet werden. Beispielsweise muss ein Hecht auf einer Abhakmatte liegen, damit er sich nicht verletzt, weil er auch an Land eine ungeahnte Energie entwickeln kann – besonders wenn er im Spätsommer oder Herbst gefangen wird.

Der gefangene Fisch wird vermessen und gewogen, es wird ein Erinnerungsfoto geschossen, besondere Merkmale werden fest gehalten und anschließend geht es zurück ins Wasser. Meistens hat besagter Karpfen dann auch schon einen Namen von den jungen Männern bekommen. So kam es auch schon vor, dass der eine oder andere Fisch, der aus dem Wasser gezogen wurde, den Anglern schon bekannt war. Viele von ihnen liegen nun tot im Wasser. Betroffen sind die Gewässer: Tonkuhle bei Stendal, der Ziegeleiteich bei Bindfelde, Jaenikes Teiche in Stendal und noch ein paar in der Umgebung, wie die elbnahen Gewässer bei Sandauerholz. Karpfen, Hecht, Zander, Aal, Schleie, Weißfisch, einfach alles – viele Gewässer werden Jahre brauchen, um den Bestandsverlust nachzuholen, sind sich die Angler einig.

Rainer Diebel aus dem Umweltamt des Landkreises muss dem leider zustimmen. Gerade ist er zurück vom Blauen See bei Sandauerholz. Das Naturschutzgebiet Alte Elbe hat er sich angesehen. Überall tote Fische. Es sehe schlimm aus, sei aber ein ganz normales, natürliches Ereignis. Früher war das öfter so, weiß der Fachmann. Die vergangenen Winter aber waren ja nie so kalt und vor allen auch fast immer ohne Schnee. Überall, wo Gewässer viel Schlamm aufweisen und wo wenig Wasser drin ist, sterben die Fische. Im Laufe der Verlandungszeit des Gewässers werde viel Sauerstoff verbraucht. Sie seien zugefroren, und die dicke Schneeschicht lasse kein Licht mehr durch. Kurzzeitig sei der Teich tot und die Fische ersticken, so Diebel. Jetzt, wo Eis und Schnee weg sind, werden die Gewässer sich erholen. Die Fische leider nicht mehr. Es wird dauern, bis es wieder stattliche Exemplare gibt.

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