Nach Betrügereien bei Kaninchen-Ausstellungen wirbt Dieter Schott für verlässliche Spielregeln

Landes-Zuchtverband zeigt Zähne

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Hat alles seine Ordnung? Der Landesverband der Kaninchenzüchter will in Zukunft noch viel genauer hinschauen lassen.

Osterburg. Der Landesverband der Kaninchenzüchter geht verstärkt gegen schwarze Schafe in seinen Reihen vor.

Erst Ende 2014 musste sich das sogenannte Ehrengericht mit zwei Züchtern befassen, die das Aussehen ihrer Tiere bewusst manipuliert hatten, um damit bei Ausstellungen zu glänzen. „So ein schändliches Verhalten ist zwar nicht strafrechtlich relevant, aber doch auch kein Kavaliersdelikt. Es bringt letztendlich die gesamte Rassekaninchenzucht in Misskredit“, schimpft Dieter Schott im Gespräch mit der AZ. Der Rönnebecker ist Vorsitzender des Osterburger Vereins G 208 und des Kreisverbandes Altmark-Ost sowie Mitglied im erweiterten Landesvorstand.

Der eine Züchter hatte die Ohren seiner Tiere gefärbt, der andere die Beine der seinen. Beide hätten mit scheinbar klaren Rassemerkmalen die Preisrichter bewusst hinters Licht zu führen versucht. Die Manipulation brachte ihnen keine Lorbeeren ein, dafür aber eine Ausstellungssperre von einem beziehungsweise zwei Jahren. Zudem musste der eine Falschspieler seinen Kreismeistertitel zurückgeben. Ein Übeltäter kommt aus dem Nordosten des Landkreises Stendal, der andere aus dem Landkreis Börde.

Schott hat die Verhandlung gegen beide geführt und will nun darüber hinaus im engen Schulterschluss mit dem Landesvorstand bei allen für mehr Klarheit sorgen. „Was ist erlaubt und was nicht? Die Züchter müssen die Grenzen kennen und achten.“ Beim Landeszüchtertag am 7. März in Wolmirstedt soll das Thema möglichst groß auf die Tagesordnung. „Kaninchenzucht ist ein Hobby mit Herz, durch das Rassen und Farbschläge für die Nachwelt erhalten werden. Kaninchenzucht ist ein Stück deutsches Kulturgut, das niemand mit Füßen treten sollte.“

In der Vergangenheit sei all zu oft ein Auge zugekniffen worden. Die Dunkelziffer dürfte entsprechend groß sein. Das soll sich ändern. Zumal fast alle Vereine immer weniger Mitglieder hätten „Wir kämpfen um neue Leute, um Kinder und Jugendliche, da ist unfaires Verhalten nicht dienlich. Es ist schlechte Werbung.“ Dass sich alle an die Spielregeln halten müssten, hat Schott am Freitagabend auch den Mitgliedern seines eigenen Vereins hinter die Ohren geschrieben.

Von Marco Hertzfeld

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