Investition auch in Pandemiezeiten

Konditorei in Osterburg trotzt Corona

Johanna und konrad Behrends führen gemeinsam den Familienbetrieb
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Johanna und Konrad Behrends zeigen Eigenkreationen, die zurzeit in der Backstube des Konditorbetriebes angefertigt werden. Auch das Weihnachtsgeschäft wirft bereits seine Schatten voraus.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Mit dem „Projekt Mutmacher“ will der Landkreis Stendal zeigen, wie Unternehmer aus der Region innovativ durch die Coronakrise kommen. Eines der Beispiele, das dort aufgeführt wird, ist die Konditorei Behrends aus Osterburg.

Osterburg –Konditormeister Konrad Behrends führt das Familienunternehmen mit seiner Schwester Johanna. Aus Anlass der Auszeichnung durch den Landkreis hat die AZ bei Konrad Behrends nachgefragt, wie er durch die Coronakrise gekommen ist und welche aktuellen Herausforderungen er für seinen Betrieb sieht.

„Auf das Weihnachtsgeschäft freuen wir uns sehr, nicht einfach werden vermutlich die Monate danach“, glaubt der Konditormeister. Als Grund sieht er weniger das Coronavirus als vielmehr die aktuelle Teuerungsrate. „Manche Rohstoffe wie zum Beispiel Mandeln sind in kurzer Zeit um bis zu 400 Prozent teurer geworden. Dies an die Kunden weiterzugeben, sei schwierig, weil manche dann wahrscheinlich nicht mehr Konditorei trotzt Coronakommen würden, was ich verstehe“, betont Behrends. Auch Verpackungsmaterial sei derzeit knapp. Geholfen habe, dass viele Stammkunden der Konditorei die Treue gehalten hätten. Konrad Behrends blickt optimistisch in die Zukunft, auch wenn er noch nicht abschätzen kann, wie sich die Lage entwickelt.

Die Auszeichnung durch den Landkreis erfolgte auch deshalb, weil Behrends in der Corona-Krise neues wagte und eine Filiale in der Breiten Straße 24 eröffnete. Die Tage des Cafés in der Breiten Straße 54 sind dagegen gezählt. „Die Zeit der großen Caféhäuser ist vorbei. Zumindest auf dem Land.“

Ein Nischenprodukt, aber laut Behrends insgesamt noch ein sehr überschaubarer Anteil nimmt der Online-Handel ein, mit dem auch Kunden außerhalb Osterburgs und der näheren Umgebung erreicht werden sollen. Insgesamt hat die Pandemie beim Familienunternehmen deutliche Spuren hinterlassen, denn ursprünglich waren größere Investitionen geplant. Der Kredit wurde aber komplett als Kompensation der Einnahmeausfälle benötigt. „Ganz am Anfang haben wir Hilfe beantragt, die auch schnell ausgezahlt wurde, aber danach nicht mehr.“

Finanziell besonders niedergeschlagen hat sich das Fehlen der „süßen Caterings“, wie es der Konditormeister nennt. Es konnten keine Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten mehr beliefert werden, weil schlichtweg nichts stattgefunden hat. „Auch die Laufkundschaft war deutlich weniger. Es sind einfach weniger Leute in der Stadt, wenn viele Geschäfte geschlossen sind.“

Die Talsohle scheint durchschritten, doch noch ist nicht genau absehbar, wie sich die Pandemie im kommenden Jahr auf das Geschäft auswirken wird und ob vollständige Normalität wieder Einzug hält.

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