Heimatkundler kann Gründungsdatum bestimmen

Klosterkirche besteht seit 850 Jahren

Björn Bach und Hans-Peter Bodenstein stehen vor der Kirche in Krevese.
+
Kreveses Ortsbürgermeister Björn Bach (links) ließ es sich nicht nehmen, den Ausführungen Hans-Peter Bodensteins zur Geschichte der der Klosterkirche zu folgen. Die Geburtsstunde der Kirche war vor 850 Jahren.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
    schließen

Hans-Peter Bodenstein ist Heimatforscher aus Leidenschaft. Insbesondere die Kirchen haben es ihm angetan. Gestern lud er zu einem Vortrag im kleinen Kreis in das Gotteshaus ein, wo er unter Wahrung von Abstands- und Hygieneregeln ein besonderes Datum herausstellte. Der Grundstein für die Kirche wurde aller Wahrscheinlichkeit nach am 19. März 1171 gelegt. Die Kirche wurde somit gestern 850 Jahre alt.

Krevese – „Im Mittelalter wurden Kirchen immer mit dem Himmel verbunden“. Das mag für Ohren in der heutigen Zeit sonderbar klingen, doch auf diese Weise lässt sich bei vielen Gotteshäusern das Datum errechnen, die notwendigen historischen und astronomischen Kenntnisse vorausgesetzt. Das Fundament romanischer Kirchen wurde immer nach der aufgehenden Sonne ausgerichtet. Auf diese Weise sollte die Verbindung mit dem Himmel“ erreicht werden. So auch im Fall der Basilika in Krevese. „Im astronomischen Horizontsystem misst der Richtungsachse der Längsachse der Basilika 266,40 Grad. Das heißt, die Achse zeigt auf einen Punkt am Horizont, in dem die Sonne in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts fünf Tage nach der Frühlingstagundnachtgleiche aufging. Hierbei handelt es sich um den 19. März“.

Der Bau der Klosterkirche ist eng mit dem Namen Werner III. Graf von Osterburg und seinem Sohn Albrecht verbunden. Werner III. hatte 1170 die Gründung des Klosters weit vorangetrieben und war noch in demselben Jahr verstorben. Sein Sohn Albrecht war es schließlich, der den Bau der heutigen Basilika am 19. März 1171 in Auftrag gab.

Laut Bodenstein hat die Analyse des Baus ergeben, dass damals ein turmartiges Bauwerk aus Holz bestanden haben muss, auf dessen Ostseite die Basilika angeschlossen wurde. „Dieser Holzbau brannte später nieder. Spuren dieses Brandes sind auch heute noch auf der Langhauswestwand zu sehen“, erläuterte Bodenstein.

Zum Stifter des Klosters, Werner III., ist nach Aussagen des Heimatforschers weder sein Todestag noch seine letzte Ruhestätte übermittelt. Spuren würden jedoch in das Dorf Einwinkel führen. Aus der Ausrichtung der Kapelle auf den Sonnenaufgang lasse sich errechnen, dass sie am 3. Oktober 1195 erbaut wurde. Bodenstein interpretiert dies so, dass Graf Albrecht von Veltheim, der Sohn Werner III., seinem Vater an dessen 25. Todestag mit der Kapelle in Einwinkel ein ewiges Gedenken bereitet hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare