Kinder über Bösewichte aufklären

Steffen Claus besuchte mit vielen Figuren aus dem Märchenwald die Goldbecker Kita. Gemeinsam mit Schneewittchen, Hänsel und Gretel sowie Rotkäppchen schulte er die Mädchen und Jungen, dass man Fremden nicht vertrauen darf.

Goldbeck - Von Ivonne Bolle. Steffen Claus aus Halle besuchte am Montag die blaue Gruppe der Goldbecker Kita. Und: Der „Kinderpolizist“ hatte noch einige Gäste mitgebracht. Er analysierte mit den Kindern spielerisch das Verhalten von einzelnen Märchenfiguren und sprach über Bösewichte, die Kindern weh tun.

„Kinder vertrauen sehr schnell, weil sie die Gefahren nicht kennen. Deshalb müssen sie lernen ,Nein‘ zu sagen“, sagte Andrea Rüchardt, Erzieherin und stellvertretende Leiterin der Goldbecker Kita. Dazu hatte sich die Einrichtung Steffen Claus mit dem Programm „Tatort Märchenwald“ von der Agentur Schutzengel eingeladen. Der Polizeihauptkommissar, bekannt als „Kinderpolizist“, bereist seit einigen Jahren die Kitas und Grundschulen Sachsen-Anhalts, um mit Kindern, Eltern und Erziehern kostenlos über Bösewichte zu sprechen und das Verhalten in Gefahr zu schulen. „Ich hole die Märchen in die Gegenwart, so dass die Kinder Anknüpfungspunkte finden“, erläuterte der „Kinderpolizist“. Und so ging er mit den Vorschulkindern der Kita durch den Märchenwald, um heraus zu finden, wer von Schneewittchen und Co. sich richtig verhält. Die Klügste unter ihnen war wohl die Gretel aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Sie war pfiffig und hatte eine gute Idee, um die böse Hexe auszutricksen. Davon könnte sich Schneewittchen wohl eine große Scheibe abschneiden, machte Steffen Claus deutlich. Denn sie war zu vertrauensselig. Das Mädchen ist gleich dreimal auf den selben Trick hereingefallen und hat Geschenke von Fremden angenommen. Die Stiefmutter hatte mit den Mordversuchen ein leichtes Spiel. Rotkäppchen ist aber bei der Gefahrenanalyse auch nicht gut weggekommen, haben die Kinder und der Polizeihauptkommissar festgestellt. Das Mädchen hat nicht auf die Mutter gehört und hat einfach einen anderen Weg genommen. Außerdem hat sie sich von einem Fremden, dem bösen Wolf, ansprechen lassen. „Sie hätte weglaufen müssen“, waren sich die Kinder einig. Aber nicht nur Fremde können gefährlich werden, auch Bekannte der Eltern oder Familienangehörige sind nicht immer zu vertrauen. „Die Eltern müssen generell immer wissen, wo ihr seid“, sagte Claus zu den Kindern. Wenn die Eltern nicht dabei sind, ist zu beachten: Kinder dürfen mit niemandem mitgehen. Sie dürfen zu niemandem ins Auto steigen oder in die Wohnung mit gehen. „Nur mit Erlaubnis der Eltern“, fügte Claus hinzu.

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