Polizei steht im Fall abgefackelter Hochsitze noch immer ohne Täter da

Keine Jagdgegner im Fadenkreuz

Einer der betroffenen Hochsitze. Die Kanzel ist demoliert, mehrere Teile liegen auch am Boden.
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Einer der betroffenen Hochsitze. Die Kanzel ist demoliert, mehrere Teile liegen auch am Boden.

Osterburg – Im Fall der abgefackelten Hochsitze für Jäger spricht die Polizei in dieser Woche von „Sachbeschädigung durch Feuer“ und meint damit schlichtweg Brandstiftung. Insgesamt drei Kanzeln im Raum Osterburg seien betroffen.

Ob es sich um einen Täter handelt oder gar um eine Gruppe, kann Marco Neiß nicht sagen.

Auch habe sich die Vermutung der Weidleute, Jagdgegner könnten hinter den Attacken kurz vor Ostern stecken, bislang nicht bestätigen lassen. Die Ermittler haben schlichtweg noch keine zielführende Spur. Eine Schadenshöhe kann der Polizeisprecher nicht nennen. Eine Anzeige liege vor.

Ein Sprecher der Jägerschaft Osterburg hatte Mitte April gegenüber der AZ von Brandsätzen berichtet, die gegen die Hochsitze eingesetzt worden sein müssen, und auch von bloßem Kaputthauen. „Hat man ein Problem mit der Jagd, kann man sich auch anders mit der Problematik auseinandersetzen.“ Eine Kanzel zu bauen, koste Zeit und Geld, auch der ideelle Wert spiele eine Rolle. Um vernünftig jagen zu können, benötige man mehrere dieser Kanzeln, da die Reviere groß seien. Pächter und Eigenjagdbesitzer stünden jedenfalls fassungslos vor den zerstörten Kanzeln und seien schlichtweg sauer, hieß es.

Hochsitze und andere Jagdanlagen werden republikweit immer wieder einmal angegriffen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Polizeisprecher Neiß erinnert sich für den Landkreis Stendal an einen Vorfall vor einigen Jahren im Bereich Tangerhütte. Eine Kanzel der lokalen Weidleute sei damals regelrecht in die Luft gesprengt worden, durch mehrere Großböller, im Internet tauchte ein Video von der Attacke auf. „Wir konnten damals Jugendliche als Täter ermitteln, die wahrscheinlich vor allem aus Übermut gehandelt haben.“ Inwieweit die Täter im Osterburger Fall doch noch geschnappt werden können, bleibt abzuwarten.

VON MARCO HERTZFELD  

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