Keine extremen Pegel

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Land unter vor Osterburg. Die Uchte hat ihr Flussbett verlassen und überschwemmt nun die anliegenden Wiesen großflächig.

Osterburg - Von Ivonne Bolle. Die Bilder in den Medien sind alarmierend: Flusslandschaften in Innenstädten, Menschen können zum Teil nur über Stege oder mittels Booten in ihre Häuser gelangen. Mittlerweile steigen die Wasserstände im Süden nicht mehr, besorgniserregend wird allerdings der angekündigte Dauerregen zum Wochenende erwartet.

Auch vor den Toren Osterburgs steht das Wasser: Die Uchte ist in Richtung Dobbrun weit über die Ufer getreten und breitet sich auf den benachbarten Wiesen flächendeckend aus. Burkhard Henning, Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserschutz (LHW) Magdeburg, gibt im Landkreis Stendal für die nächsten Tage jedoch Entwarnung: „Ganz extreme Wasserstände sind im Moment nicht zu erwarten. Dennoch wird die Elbe ansteigen“, sagte er auf Nachfrage der AZ. „In Barby haben wir dagegen einen hohen Pegel, der wird sich auch auf die Altmark ausdehnen.“ Zum Wochenende wird der erhöhte Wasserstand im Norden Sachsen-Anhalts erwartet. Dann soll laut Vorhersage die Elbe bei Tangermünde auf sechs Meter ansteigen. Gestern früh wurden 5,67 Meter gemessen.

Schmelzwasser ließen die Mulde, Schwarze Elster, Weiße Elster und Saale ansteigen – das alles belastet die Elbe.

Hinzu kommt, dass auch die regionalen Flüsse wie Milde, Aland und Biese durch das eingesetzte Tauwetter angestiegen sind. Die Gräben sind voll, Wasser steht auf den Wiesen und Feldern. Teilweise wurden sogar manche Fahrbahnen einige Meter lang überspült. „Der Grundwasserspiegel ist derzeitig sehr angespannt“, so Henning. So wie das Jahr 2010 für den Hochwasserschutz endete, so habe das neue Jahr angefangen, machte er deutlich. Nico Schulz, CDU-Landtagsabgeordneter aus Osterburg, hat sich bei Hans-Jörg Steingraf vom LHW Osterburg nach der derzeitigen Lage erkundigt:

Der Kontrollschwerpunkt des LHW sind die vier Kilometer Deichbaustellen am linken Alanddeich. Gestern haben Mitarbeiter der Baufirma mit zusätzlichen Sicherungsarbeiten begonnen. Die Schöpfwerke in Wahrenberg, Geestgottberg, Natewisch und Bölsdorf sind ständig in Betrieb. Diese sichern einen konstanten Wasserspiegel im jeweiligen Einzugsgebiet. Wegen des großen Abflusses werden zwei Schöpfwerke im Zweischichtsystem betrieben und die anderen Schöpfwerke arbeiten im Automatikbetrieb. Der Abfluss über Biese und Aland ist vom Wasserstand der Elbe abhängig. Gegenwärtig gilt für die Elbe Alarmstufe 1. Die Hochwasservorhersagezentrale des LHW prognostiziert ein weiteres Ansteigen der Elbe und geht davon aus, dass heute die Alarmstufe 2 in Tangermünde und am morgigen Sonnabend die Alarmstufe 2 am Pegel Wittenberge erreicht wird. Ab einen Wasserspiegel von 6,30 Meter am Pegel Tangermünde wird die Tangerniederung, die ein Überschwemmungsgebiet ist, von der Elbe überflutet. Die Deichschau im Oktober 2010 bestätigte, dass die Elbdeiche in einem guten Zustand sind. Im Dezember wurde die aktuelle Baustelle an den Qualmdeichen in Losenrade beendet, so dass die marode Stelle vom Hochwasser 2006 geschlossen ist.

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