Wohnungsbestand der WGO bleibt bis 2017 / Hoffnung auf Förderprogramme

Kein Rückbau in nächsten zwei Jahren

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Noch nicht im Blickpunkt stand die Werner-Seelenbinder-Straße. Hier könnten mit Fördermitteln Fahrstühle gebaut werden.

Osterburg. „Bis 2017 sind keine Rückbaumaßnahmen geplant“, sagt der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Osterburg (WGO), Rüdiger Mallohn. Es würden auch keine der insgesamt 624 eigenen Wohnungen „geschlossen“.

Die Idee war bislang, einfach Fenster zuzumauern und die Wohnungen zu dämmen. Das Heizungssystem würde dann nicht mehr bis in die oberen Wohneinheiten betrieben. Diese Pläne müssen jetzt erstmal ruhen. Dazu fehlt der Wohnungsbaugesellschaft das Geld. Zumal sich der Geschäftsführer für einen „sauberen Rückbau“ ausspricht. Doch das ist teuer: „Das Dach muss komplett abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. “ Gerade bei Altneubauten mit den Spitzdächern sei das fast unbezahlbar. Um Geld zu sparen, werden nicht vermietete Dachgeschosswohnungen nicht mehr saniert. Das würde den Schritt hin zu einer Schließung, aber auch zum Rückbau, vereinfachen.

Dass der Leerstand in den Wohnungen der Wohnungsgesellschaft gerade wieder anwächst, ist kein Geheimnis. 12 Prozent der Wohnungen stehen leer. Deshalb wünscht sich der Geschäftsführer auch wieder Programme, die vom Land oder Bund finanziert werden. 2013 ist das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ ausgelaufen. Mit Geld daraus wurden zwei drei Etagen von Häusern zum Beispiel in der Karl Marxstraße heruntergesetzt.

Das Konzept des Rückbaus stammt aus dem Jahr 2007. Zuvor hieß die Devise Abriss. Diese Idee der Bekämpfung des Leerstandes stammte aus dem Jahr 2003. Mit dem Programm wurden auch Altschulden durch DDR-Kredite getilgt.

Bei einer Konferenz der Verbände der Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften im März kam das Thema Förderprogramme erneut auf den Tisch. Die Verbände machten schon seit 2013 Druck. Geschehen ist bislang nichts. Aber bei der Zusammenkunft habe der Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel, die Idee aufgegriffen, den Anbau von Fahrstühlen zu fördern, betont Mallohn. Das könnte eine Lösung für die Werner-Seelenbinder-Straße in Osterburg sein. Hier leben viele ältere Menschen. Der Schnitt aller Mieter der WGO liegt nach Angaben des Geschäftsführers bei etwa 54 Jahren.

Von Ronny Kauerhof

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