Konstante Zahl an Bedürftigen / Hemmungen bei älteren Kunden

Kaum Nachfrage nach mobiler Tafel in Osterburg

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Bisher gibt es keine nennenswerte Nachfrage nach der mobilen Tafel, mit der Bedürftige in Osterburg versorgt werden können.

Osterburg – Obwohl der bundesweite Trend anhält, dass immer mehr Bedürftige das Angebot der Tafeln wahrnehmen, findet ein besonderes Angebot der Stendaler Tafel in Osterburg bisher kaum Zuspruch.

Die mobile Tafel, die in diesem Jahr ins Leben gerufen wurde, wird so gut wie gar nicht nachgefragt. Mit ihr sollen Menschen zu Hause mit Lebensmitteln versorgt werden.

„In Osterburg kommen 110 Menschen regelmäßig zur Tafel“, erzählt Melanie Märtens, Leiterin der Stendaler Tafel, deren Träger das Gut Priemern ist. Außenstellen gibt es in Osterburg, Tangerhütte und Tangermünde. „Wir verstehen selbst nicht wirklich, warum die mobile Tafel nicht angenommen wird. Bisher habe es lediglich einen Anruf gegeben.“ Märtens vermutet, dass Scham eine Rolle spielen könnte. „Viele wollen nicht, dass die Nachbarn mitbekommen, dass jemand bedürftig ist.“ Dies gelte insbesondere für ältere Menschen. Die meisten Kunden der Osterburger Tafel sind unter 30 oder über 60. „Menschen mittleren Alters kommen nur sehr wenige zu uns“, erzählt Märtens. Bei den Jüngeren sei das Schamgefühl deutlich weniger ausgeprägt als bei den Rentnern. Wenn Letztere zur Tafel kämen, sei dies oft ein Zeichen großer Bedürftigkeit, da sich viele erst überwinden müssten, zur Tafel zu gehen. „Wir werden nicht in unserem Tafelauto vorfahren, wenn wir mit unserer mobilen Tafel unterwegs sind“, erzählt die Leiterin der Stendaler Einrichtung. Die Versorgung der Menschen findet jeden dritten Dienstag statt. Auch am kommenden Dienstag, 24. September, ist dies der Fall. Die Lebensmittelspenden können dann in einem Flachbau auf dem Hof der Volkssolidarität Osterburg entgegengenommen werden. Sollte sich ein Bedarf ergeben, wäre die mobile Tafel öfter unterwegs. „Wir würden einmal in der Woche zu unseren Kunden fahren.“ Wer Lebensmittel von der Tafel erhalten möchte, muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Dies geschieht über die Vorlage des Renten- oder Hartz IV-Bescheides.

Wer dies einmal gemacht habe, bekomme eine Art Ausweis. Wer Interesse an der mobilen Tafel hat, kann sich unter Tel. (03 93 84) 98 63 24 melden.

In anderen Städten im Landkreis sei der bundesweite Trend deutlich spürbar, dass die Zahl der Bedürftigen wachse. So versorge die Tafel an ihrem Hauptstandort in Stendal bereits über 1.000 Menschen.

VON TOBIAS HENKE

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