Landwirtschaftliche Betriebe in Osterburg hoffen auf Bundeshilfen

„Katastrophale Folgen“

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Viele Felder und Grünflächen, wie hier ein Baum Anfang Juni an der Nordpromenade, sind stark ausgetrocknet, sodass sie leicht Feuer fangen. Das Hauptproblem der hiesigen Agrarbetriebe sind allerdings die Ernteausfälle.

Osterburg. In der kommenden Woche will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) darüber entscheiden, ob Bundesmittel freigegeben werden können, um den durch die anhaltende Hitze von Ernteausfällen betroffenen Landwirten zu helfen.

Es ist gesetzlich geregelt, dass dies nur dann möglich ist, wenn die Ausfälle Dimensionen eines „nationalen Katastrophenfalls“ annehmen.

Was sich auf den ersten Blick zunächst einmal schwammig anhört, ist genau verifiziert. „Wir können nur dann auf Hilfen durch die Bundesregierung hoffen, wenn es bundesweit Einbußen von 30 Prozent und mehr geben sollte“, erklärt Kerstin Ramminger, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Stendal. Wie hoch genau die Ausfälle bei den Betrieben in der zum Teil besonders stark betroffenen Altmark sind, lässt sich derzeitig noch nicht sagen. „Wir machen im Moment selbst eine Umfrage und warten noch auf einige Zahlen. Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist, dass die Ausfälle sehr unterschiedlich sind. Hier kommt es natürlich immer darauf an, was die einzelnen Landwirte anbauen“.

Ein Betrieb, den es besonders schwer erwischt hat, ist die Flessauer Milchproduktion GmbH. „Die Folgen der Hitze sind katastrophal“, sagt Hans-Werner Lemme, Geschäftsführer der Flessauer Milchproduktion GmbH. Die Ausfälle beim Getreide seien zwar noch zu verschmerzen, doch das größte Problem sind für Lemme und seine Mitarbeiter die massiven Ausfälle beim Tierfutter. „Das sind Minimum 50 Prozent. Wir müssen auf Winterbestände zurückgreifen und haben schon 100 Hektar hinzugekauft“. Die finanzielle Belastung des Unternehmens sei dementsprechend groß. Hans-Werner Lemme hofft hier auf finanzielle Hilfen durch den Bund. „Die sind allein deshalb notwendig, damit wir weiter Futter hinzukaufen können“, verdeutlicht er die dramatische Lage. Aufgrund der hohen Hitze können seine Kühe auch nicht mehr auf die Weiden, weil alles an Grünfutter abgegrast oder vertrocknet ist. „Deshalb haben wir die die Tiere aufgestallt. Alles andere macht keinen Sinn“.

Deutlich geringer sind die Schäden beim Gut Dobbrun, das hauptsächlich Getreide anbaut, genauer gesagt Gerste, Roggen und Raps. „Bei uns sind die Ausfälle auch stark spürbar, aber 30 Prozent werden sie wohl nicht erreichen“, so Geschäftsführer Johannes Schilderink gegenüber der AZ.

Dennoch gibt es in der Altmark viele Betriebe, die mit Ausfällen von existenziellem Ausmaß zu kämpfen haben. Ob es eine zufriedenstellende Lösung für die Bauern ergeben wird, wird sich in der kommenden Woche ergeben. „Ich bin nicht sonderlich optimistisch“, lässt Kerstin Ramminger durchblicken. Sie hofft allerdings dennoch darauf, dass sich eine Lösung ergeben wird, mit der die Bauern zufrieden sind. Bis dahin bleibt vielen Betrieben nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, in diesem für sie schweren Jahr irgendwie über die Runden zu kommen.

Von Tobias Henke

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