Kampf gegen Raupenplage

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Horst Sandmann von der Verbandsgemeinde Seehausen, Gerd Flechner vom Umweltamt des Landkreises Stendal, Roland Eckert als Vertreter des Landesbetriebs Bau und Katja Döge als Leiterin des Forstamtes „Nordöstliche Altmark“ in Arendsee (v.l.) informierten über den Stand der Vorbereitungsarbeiten für die Bekämpfungsaktion der Raupen des Prozessionsspinners. Der Name kommt übrigens daher, weil die Raupen im „Gänsemarsch“ zur Futtersuche marschieren und deshalb an eine Prozession erinnern.

SEEHAUSEN. Den Raupen des Eichenprozessionsspinners im Norden der Verbandsgemeinde Seehausen soll es wieder an den Kragen gehen. Die Vorbereitungen zur Bekämpfung zu Lande und aus der Luft sind abgeschlossen. Mitte bis Ende nächster Woche soll die Aktion über die Bühne gehen. Von Walter Schaffer

Seit vielen Jahren häufen sich Klagen von Menschen in der hiesigen Region, die durch die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners gesundheitlich beeinträchtigt werden. Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling (Nachtfalter), der eine Flügelspannweite von 25 bis 36 Millimeter Länge erreicht und in seinem Gelege 100 bis 200 etwa ein Millimeter große Eier ablegt. Diese Gelege befinden sich vorwiegend im Kronenbereich von alten Eichen und sind in Form einer länglichen Platte durch Afterschuppen und Sekret getarnt. Aus ihnen entwickeln sich dann im nächsten Frühjahr die Raupen. Diese durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstadien bis zur Verpuppung. Ab dem dritten Stadium entwickeln sich die Brennhaare, die das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die Bekämpfung der Raupen abgeschlossen sein, will man die gesundheitlichen Risiken für viele Menschen vermeiden oder wenigstens mindern.

Dieser Zeitpunkt liegt meistens Anfang Mai, und aus diesem Grunde sind die Vorbereitungen zur Bekämpfung dieser Raupen in der Region, konkret in den Gemeinden Aland, Zehrental und Hansestadt Seehausen nun abgeschlossen worden. AZ besuchte aus diesem Grunde die Verantwortlichen bei ihrem Arbeitsgespräch im Ordnungsamt in Seehausen. In die Aktion sind die beiden Landkreise Stendal und Salzwedel, das Umweltamt, das Forstamt mit Sitz in Arendsee, der Landesbetrieb Bau, Niederlassung Nord, sowie die Verbandsgemeinde Seehausen involviert. Auch in diesem Jahr wird das Vorhaben von der Nordwestdeutschen Forstwirtschaftlichen Versuchsanstalt begleitet. Die Fläche, die aus der Luft bekämpft wird, beträgt rund 600 Hektar. Es wird ein Mittel eingesetzt, welches den Verdauungstrakt der Raupen wirkungsvoll schädigt, für den Menschen aber völlig unschädlich ist. Zum Einsatz kommt wieder der Hubschrauber der Firma Helix, die bei der Ausschreibung vorn lagen. Der Stützpunkt für die Aktion liegt in Pollitz. Gleichzeitig erfolgt die vom Boden aus laufende Spritzung von einzeln stehenden Bäumen durch ein Unternehmen, welches in der Region schon mehrfach tätig war. „Der Baumbestand soll erhalten bleiben, wir wollen aber auch etwas für die hier lebenden und die durchreisenden Menschen tun“, so Horst Sandmann als Vertreter der Verbandsgemeinde. Sollten Einwohner in der aufgeführten Region Eichenbäume haben, die im vergangenen Jahr Befallserscheinungen zeigten und diese noch nicht gemeldet haben, so sollten sie sich umgehend beim Bürgermeister oder dem Ordnungsamt melden.

Der Beginn der Aktion wird je nach Wetterlage und Austrieb der Bäume wahrscheinlich Mitte bis Ende der nächsten Woche erfolgen. Altmark-Zeitung berichtet darüber weiterhin aktuell.

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