Antje Bahlke (28) leitet seit Jahresbeginn Osterburgs evangelische Tagesstätte

Junge Akademikerin hütet die kirchliche Kinderschar

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Antje Bahlke hat seit Jahresbeginn in der evangelischen Tagesstätte in Osterburg das Sagen. Die 28-Jährige übernimmt das Zepter von Andrea Fabich, die sich beruflich neu orientiert hat. In der Einrichtung werden momentan 37 Kinder betreut.

Osterburg. „Guten Morgen, ihr Lieben!“ Antje Bahlke begrüßt herzlich Kinder und Kollegen. „So viel Zeit muss sein. “ Einige Minuten später sitzt sie in ihrem kleinen Büro an der Bismarker Straße.

Die gebürtige Bergerin leitet seit Jahresbeginn die evangelische Kindertagesstätte in Osterburg. Mit ihren 28 Jahren dürfte sie sogar eine der jüngsten verantwortlichen Erzieherinnen im Landkreis Stendal sein. Auf dem Schreibtisch stapeln sich neben dem Computer die Unterlagen. „Der Dienstag war mein erster richtiger Arbeitstag. Ich befinde mich sozusagen noch in der Eingewöhnungsphase. Es gibt bereits eine Menge zu tun“, meint die junge Frau im Gespräch mit der AZ und lächelt.

Eigentlich wollte die Altmärkerin ja Lehrerin für die Grundschule werden. Sie studierte in Lüneburg, einer wunderschönen Stadt. Doch selbst in dieser attraktiven Umgebung habe sie schnell gemerkt, dass dieser Beruf dann doch nichts für sie sein würde. Als Bahlke vom Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften in Stendal hörte, stand ihre Entscheidung endgültig fest. „So war ich auch wieder in meiner alten Heimat.“ Mit dem Bachelor-Zeugnis in der Tasche fand die junge Ostaltmärkerin umgehend Arbeit. Vier Jahre hat sie sich um Mädchen und Jungen der DRK-Tagesstätte „Sonnenschein“ in Osterburg gekümmert. „Eine schöne Zeit.“ Seit Mai 2012 wohnt sie in der Biesestadt.

„Ich liebe Kinder und arbeite gern mit ihnen. Wenn auch der Lehrerberuf nicht unbedingt etwas für mich ist, dann doch der einer Erzieherin. Ich habe meine Entscheidung nicht bereut.“ In irgendeiner Form vorgeprägt ist sie nicht, ihre Eltern arbeiten in der Landwirtschaft und auch der Rest der Familie verdient seine Brötchen nicht im pädagogischen Bereich. Selbst noch ledig und ohne Kind, ist Bahlke für ihren Beruf Feuer und Flamme. Als sie vor einigen Wochen von der freien Position in der evangelischen Einrichtung erfuhr, begriff sie das sofort als Riesenchance und bewarb sich, ohne lange zu überlegen. Dass sie auch ausgesucht worden ist, sei schon „so etwas wie ein Sechser im Lotto“.

Bahlke lernt derzeit ihren neuen Arbeitsort kennen. Jede Einrichtung habe ja so ihre Philosophie. „Diese Tagesstätte ist evangelisch geprägt, sicherlich. Doch das allein ist es nicht. Sie ist auch kleiner, vieles läuft hier familiärer ab.“ Momentan werden dort 37 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut. Zukünftig sollen auch jüngere Mädchen und Jungen aufgenommen werden. Dafür muss die Betriebserlaubnis geändert werden, der Antrag liegt beim Kreis-Jugendamt in Stendal.

Die neue Leiterin wird sich in den nächsten Tagen und Wochen die Abläufe in der Einrichtung genau anschauen. „Vielleicht lässt sich ja das eine oder andere tatsächlich noch verbessern.“ Bahlke denkt zum Beispiel daran, die Frühstückszeit in der Tagesstätte vorzuverlegen. Dadurch hätten die Mädchen und Jungen vormittags mehr Zeit zum Spielen. „Ich werde mir alles genau anschauen. Übers Bein wird aber nichts gebrochen. Ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben.“

Von Marco Hertzfeld

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