Emanuel (Linke) sorgt sich um Musik und Gesang / Schulz (CDU) arbeitet an Festival

Jugend soll den Ton angeben

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Polens Jugend bereichert das Stadtfest. Womöglich könnte die Band TNNR auch bei einem jährlichen Festival dabei sein.

Osterburg. Jürgen Emanuel, Mitglied des Stadtrates, macht sich Sorgen um Kunst und Kultur in der Hansestadt.

Insbesondere drei Vereine hätten nicht zuletzt akute Nachwuchsprobleme: die renommierten Osterburger Blasmusikanten sowie der Gemischte Chor Osterburg und die Vokalgruppe, ebenfalls zwei Aushängeschilder der Einheitsgemeinde. Der Chor habe ja sogar bereits seine Auflösung ins Auge gefasst. „Politik und Verwaltung müssen sich nicht nur über die Rahmenbedingungen für Vereine und Initiativen Gedanken machen, sondern auch inhaltlich. “ Ein von Bürgermeister Nico Schulz (CDU) angeregtes Jugendfestival könne dabei ein wichtiger Schritt sein, glaubt der Fraktionsvorsitzende der Linken, selbst Mitglied bei den Blasmusikanten. „Egal, wer den Ton angibt, es muss etwas Entscheidendes passieren. “.

An bestimmten Tagen im Jahr, vielleicht an einem festen Tag im Monat oder jeden Freitag im Sommer, soll eine Bühne zur Verfügung gestellt werden, auf der Jugendbands, Sänger und Chöre der Region auftreten können. „Die Musiker haben so die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand auszuprobieren“, sagt Bürgermeister Schulz auf Nachfrage der AZ. Die Auftritte müssten auch gar nicht allzu lange dauern. „Ein, zwei Stunden sollten genügen. Das zieht Jugendliche in die Stadt und gibt Nachwuchskünstlern eine Bühne.“ Wann genau und an welchem Ort das Ganze stattfinden kann, müsse noch beraten werden. Das Ziel: Mehr Jugendliche sollen sich für Kultur begeistern, damit Chöre und Musikgruppen in Zukunft ausreichend Nachwuchs haben. Ob die Rechnung aufgeht, muss sich erst noch zeigen. Das Projekt steht ganz am Anfang und hat noch keinen richtigen Namen.

Zum Festivalplan passe, dass Osterburgs Verwaltungsgebäude samt Saal an der Ernst-Thälmann-Straße nach Auszug der Mitarbeiter zum „Haus für Kultur und Vereine“ umgebaut werden soll. Dort könnte laut Schulz dann auch der Musikernachwuchs proben und auftreten. Der Komplex soll frei werden, die Mitarbeiter ziehen irgendwann um. Dafür soll das Rathaus am Kleinen Markt in absehbarer Zeit ausgebaut werden (die AZ berichtete).

Angebot und Nachfrage sollen den Erfolg bringen. Dass dies gelingen kann, zeigt ein Beispiel unter ganz anderen Vorzeichen: Die Jugendband TNNR aus dem polnischen Wielun, Osterburgs Partnerstadt, tritt seit mehreren Jahren beim Stadt- und Spargelfest auf, so auch in diesem Jahr. Einige Künstler aus der Altmark betreten ebenfalls die Bühne. Den Zuschauern gefalle das. Inwieweit auch ein alljährliches Jugendfestival Sinn macht, soll alsbald ausgelotet werden.

Von Marco Hertzfeld

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