Jahresversammlung beim Milchkontroll- und Rinderzuchtverein Osterburg / Alter Vorstand erhielt erneut das Vertrauen

Joachim Mewes weiter an der Spitze

Der wiedergewählte Vorstand des Rinderzuchtvereins Osterburg.

Bretsch. Die gemeinsame Jahresversammlung vom Rinderzucht- und Milchkontrollverein Osterburg am Donnerstag in der Gaststätte Lunkwitz in Bretsch eröffnete der Chef der Rinderzüchter, Joachim Mewes aus Klein Schwechten, mit den Worten: „So viele Anwesende hatten wir noch nie.

Ein Zeichen, dass es den Milchproduzenten in diesem Jahr nach mehreren Katastrophenjahren wieder gut geht. Wir hoffen, dass es so bleibt. “ Das umfangreiche Programm mit Auswertungen und Vorträgen eröffnete Holger Wallmann vom Rinderzuchtverein. Das wichtigste Ereignis war die Abendtierschau am 1. Juli 2011 in Krumke. Wichtig insofern, weil auf diesen Schauen Züchter ausstellen können, die noch am Beginn ihrer Zuchtarbeit sind. Wohl einmalig war, dass alle Siegerinnen von Jung-, mittleren- und Altkühen aus der erfolgreichen Zuchtstätte Mertens in Möllendorf kamen. Auch auf der Nikolausschau in Bismark erreichten die Betriebe Agrargenossenschaft (AG) Klein Schwechten, AG Altmärkische Höhe Lückstedt sowie die GbR Mertens 19 Preise. Auf der Bundesschau in Oldenburg gab es dann noch einen Siegerpreis für eine Jungkuh der GbR Mertens. Wallmann war jedoch mit der Arbeit bei den Jungzüchtern nicht zufrieden und lobte die Arbeit der AG Klein Schwechten auch auf diesem Gebiet. Bei der Fleischrindzucht wurde die AG Leppin genannt, die auf der Landesschau die Siegerkuh und den Körungssieger der Rasse Charollais stellte.

Wie in jedem Jahr wurde von Vereinsmitglied Peter Schuchmann eine Bildungsreise organisiert, diesmal in das Ursprungsgebiet der Deutschen Schwarzbuntzucht Ostfriesland. Als außergewöhnliche Leistungen wurden zwei Kühe besonders erwähnt: Die Kuh Mary aus Iden erreichte eine Lebensleistung von 150 000 Kilogramm Milch.

Die mittlerweile deutschlandweit bekannte Kuh Stella der GbR Mertens wurde 2011 in die Exterieurbewertung „exzellent“ eingestuft und bekam 94 Punkte. Auch 2012 gibt es wieder einen prall gefüllten Terminkalender.

Im zweiten Vortrag gab Annegret Reinsdorf vom Landeskontrollverband einen Überblick über die Ergebnisse in Sachsen-Anhalt insgesamt. Demnach haben die Milchviehbetriebe eine durchschnittliche Jahresleistung bei einem unveränderten Kuhbestand von 116 689 Stück von 8964 Kilogramm Milch. Das ist ein Plus von 127 Kilogramm Milch zum Vorjahr. Es gibt weiterhin eine große Differenz zwischen den Betrieben von 4559 bis 11 952 Kilogramm Milch je Kuh. Bester Betrieb ist die LLFG Iden mit einer Leistung von 408 Kühen mit 11 952 Kilogramm Milch und 833 Fett- und Eiweißkilogramm. Verbesserungswürdig sind die Kälberverluste, die Lebensleistung und die Zellzahlen in der Milch.

17 Betriebe arbeiten mit Melkrobotern. Eckhard Schulze vom Milchkontrollverein Osterburg trug die Ergebnisse des Vereins vor. 49 Betriebe halten insgesamt 10 916 Kühe mit einer Leistung von 9114 Kilogramm Milch, 4,0 Prozent Fett und 3,41 Prozent Eiweiß. Die höchste Leistung erreichte die LLFG Iden vor der APeG Schwarzholz und der GbR Mertens. Besondere Achtung ist der Flessauer Milchproduktions GmbH zu zollen, die bei 1284 Kühen 10 413 Kilogramm Milch, 3,99 Prozent Fett und 3,39 Prozent Eiweiß je Kuh erreichte. Immer mehr Kühe erreichen eine Lebensleistung von über 100 000 Kilogramm Milch. 2011 waren es im Kontrollverein 15 Kühe, davon sieben aus der LLFG Iden.

In einem Gastbeitrag sprach Bernd Taffe vom Tiergesundheitsdienst der Tierseuchenkasse des Landes Sachsen-Anhalt über gesundheitliche Belastungen bei der Geburt. Hohe Leistungen seien ein Zeichen von Gesundheit, die ihren Ursprung bei einer physisch und psychisch sorgsam vorbereiteten Abkalbung hat.

Auf der gemeinsamen Jahresversammlung stand auch die Neuwahl des Vorstandes des Rinderzuchtvereins an, wobei das bisherige Gremium um Vorsitzenden Joachim Mewes erneut das Vertrauen erhielt.

Von Reinhard Seelig

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