„Jeder sollte Stellungnahme abgeben“

Einer der Varianten, die Planer Michael Flocke am Montagabend vorstellen wollte, sieht zehn mögliche Windkraftstandorte in der Gemarkung Erxleben vor. Die Windräder könnten sowohl eine Nabenhöhe von 98 Meter als auch von 108 oder sogar 138 Meter haben, erfuhren die Einwohner.Fotomontage: Mittank

ERXLEBEN (mit). Für insgesamt acht geplante Windkraftanlagen in der Gemarkung Erxleben liegen bauplanrechtliche Vorbescheide vor. Darüber informierte der zuständige Planer Michael Flocke während der Erxlebener Ortschaftsratssitzung am Montagabend. Da er vom Unmut in der Bevölkerung bezüglich der Planung gehört habe, wollte er die Informationsveranstaltung auch dafür nutzen, um Ortschaftsrat und Einwohnern mögliche Varianten für einen künftigen Windpark aufzuzeigen. Flocke machte deutlich, dass dabei auch für Erxleben etwas herausspringen könnte. Durch eine mögliche Stiftung würde für jede Windkraftanlage jährlich Geld in den Osterburger Ortsteil fließen.

Die rund 20 anwesenden Erxlebener und Polkauer zeigten sich von den Plänen nur wenig angetan. Dass von den Windrädern nur einige wenige profitieren, die Immobilien im Ort an Wert verlieren und die Natur verschandelt wird, war die allgemein vorherrschende Meinung, die dem Planer immer wieder deutlich gemacht wurde. Einwohner Karl Lux warf dem Ortschaftsrat vor, eine Werbeveranstaltung für den Investor zu veranstalten. Solange es kein Baurecht für die Anlagen gebe, dürfe der Planer gar nicht eingeladen werden, so Lux, der auch ein jüngstes nichtöffentliches Treffen zwischen Ortschaftsrat und Planer anprangerte. Ratsherr Hilmar Böttcher erklärte dazu, dass der Ortschaftsrat weiterhin den Windpark geschlossen ablehne und alles gegen die Realisierung unternehmen werde. Ortsbürgermeister Uwe Lau schloss sich dem an.

Doch was kann der Ortschaftsrat Erxleben überhaupt noch tun? Osterburgs Bauamtsleiterin Antje Spillner informierte, dass im Rahmen des Regionalentwicklungsplanes seit Anfang des Monats ein Entwurf für den Teilplan Wind vorliege, in dem ein Gebiet zwischen Erxleben und Düsedau als Vorranggebiet für Windräder ausgewiesen ist (wir berichteten). Vier Wochen lang habe jeder die Möglichkeit Einsprüche und Hinweise zu dem Plan im Bauamt abzugeben, spätestens jedoch bis zum 17. Mai bei der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark in Salzwedel. Wird der Plan in dieser Form genehmigt, könne jedoch weder Stadt- noch Ortschaftsrat den Windpark verhindern, da dieser per Gesetz zu den privilegierten Vorhaben gehört, so die Bauamtsleiterin weiter.

Karl Lux appellierte an alle Einwohner, eine Stellungnahme zu dem Windpark zu schreiben, in dem die ablehnende Haltung deutlich wird. Ortsbürgermeister Uwe Lau kündigte an, dass auch der Ortschaftsrat eine Stellungnahme abgeben werde.

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