„Jeder muss das machen, was er kann“

Michael Kops (l.) eröffnete am Mittwochabend in der Kleinsten Galerie im „Goldenen Anker“ seine Ausstellung. Bis zum 22. Juni sind die Cartoons zu sehen.

Arneburg - Von Ivonne Bolle. Wenn jemand über seine Zeichnungen lacht oder mindestens ein Lächeln übers Gesicht huschen lässt – ist er zufrieden, denn dann hat er eine gute Arbeit abgeliefert. Er heißt Michael Kops und ist Cartoonist im Nebenerwerb. Ihn faszinieren vor allem die Schrulligkeiten der Menschen und ulkige Situationen.

„Ich wollte ein ordentlicher Künstler werden. Jeder muss das machen, was er kann.“ Für Michael Kops (geb. 1962) aus Markkleeberg stand bereits seit der Kindheit fest, was er später mal werden wollte. Er hat frühzeitig begonnen, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. In Meseberg aufgewachsen, nutzte er jeden kleinen Schnipsel Papier, um ihn mit Linienführungen zu beleben. In der Schule besuchte er den Zeichenzirkel und der Lehrerstab der renommierten Kunstschule Burg Giebichenstein Halle hat ihn „für würdig empfunden“, ihn in der Abendschule zu fördern. Mit der Pubertät verlor er allerdings sein Ziel für eine Weile aus den Augen: Fußball und Musik rückten in den Vordergrund. „Das Zeichnen habe ich vernachlässigt und das hat sich bemerkbar gemacht.“ Die erste Aufnahmeprüfung setzte er in den Sand. „Ich muss dazu sagen, dass es dort generell üblich war, erst mit der fünften Prüfung aufgenommen zu werden.“ Auch der zweite Anlauf glückte nicht. So studierte er Werkstofftechnik. „Ich habe nie in diesem Beruf gearbeitet, das hat mir einfach keinen Spaß gemacht.“ Irgendwann entdeckte er durch puren Zufall seine dunkle Begabung, dem Leben eine hintersinnig-schwarzhumorige Seite abzutrotzen. Seitdem zeichnet er Cartoons. 1987 lernte er die Zeitschrift „Eulenspiegel“ kennen und lieben. „Ich habe dann ein paar Sachen eingeschickt, sie sind zwar auf der Gemüseseite für Lesermeinungen erschienen, aber ich habe mich trotzdem gefreut.“ Nach der Wende heuerte er in einer Werbeagentur als Grafiker an. Das Zeichnen hat er nie aufgegeben. Er startete einen weiteren Versuch beim „Eulenspiegel“ – mit Erfolg. Seine Karikatur landete endlich auf der richtigen Seite. „Es ist schwer, Witze zu erfinden. Es ist so, als ob man einen Witz in einem leeren Zimmer erzählen würde.“ Aber er hat eine Lösung gefunden: Seine Freundin übernimmt die Rolle des Testlesers. „Wenn sie lacht, schicke ich es ab.“ Bei der Ideenfindung fällt ihm das Zeichnen leichter als das Texten. „Das Bild habe ich zuerst vor den Augen. Danach kommt der Rest.“ Es folgten weitere Veröffentlichungen auch in anderen bekannten Titeln wie „Das Magazin“ oder anlässlich einer Werbekampagne für „Die Zeit“. Und: Seine lustigen Bildwitze sind auf Frühstücksbrettchen und Tassen verewigt. „Ich finde das sogar besser als ein Buch, denn so sieht man die Zeichnungen immer wieder.“ Inzwischen gewann der Markkleeberger bei nationalen und internationalen Cartoon-Wettbewerben zwei Preise. Von den Siegesprämien und Veröffentlichungen lässt es sich allerdings schlecht leben. „Nur ausgesprochen wenige Cartoonisten wie Uli Stein verdienen gut Geld.“ Für Michael Kops ist es ein Hobby und das soll es auch bleiben. Er ist momentan als Software-Spezialist in einem Ingenieurbüro tätig. „Ich bin zufrieden damit, das gefällt mir und ich habe genug Freiraum, um zu zeichnen.“

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