Eike Trumpf und Joachim Ackermann sprachen über Ereignisse um Arneburg und Goldbeck

Jeder kenne seine Kompetenzen

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Optimistisch blicken Eike Trumpf (l.) und Joachim Ackermann auf das kommende Jahr. Ein Schwerpunkt wird in 2012 auf die Feuerwehren gelegt, gerade Qualifizierung und Ausbildung der Kameraden soll großes Thema sein.

Goldbeck. Während 2010 das Jahr des Findens der frisch zusammengesetzten Verbandsgemeinde war, sei 2011 nun das Jahr der konstruktiven Zusammenarbeit gewesen.

„Wir haben uns gut eingepegelt“, sagte Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf und das kann auch Joachim Ackermann als Vorsitzender des Verbandsgemeinderates nur bestätigen. Jeder habe erkannt, wo seine Kompetenzen liegen, so Ackermann. Zumal es für manche Gemeinde durchaus „herbe Einschnitte“ waren, Kita, Schule, und Feuerwehr in die Hoheit der Verbandsgemeinde zu geben, erinnerte Trumpf. Doch mit dem Verwaltungsmodell Verbandsgemeinde sei den acht Mitgliedsgemeinden eine politische Eigenständigkeit gegeben und daher sei eine gute Zusammenarbeit umso wichtiger. Weiterhin „gemeinsam an einem Strang ziehen, Interessen zu kanalisieren“, so die Devise von Ackermann. Für Wirbel sorgten 2011 einige Bürgermeister. Nach verkündeten Rücktritten musste in Hassel und Hohenberg-Krusemark neu gewählt werden. Werbens Stadtoberhaupt überlegte es sich nochmal und ließ den Rücktritt vom Rücktritt verlauten. Weder Trumpf noch Ackermann wollten dies gestern kommentieren, wissen sie doch beide, dass persönliche Befindlichkeiten mit Blick auf das große Ganze hintenan stehen sollen.

Schwerpunkte lagen in 2011 auf Kindertagesstätten und Schulen. Trumpf nannte erfüllte Auflagen des Brandschutzes oder auch neue Ausstattung. Erst kürzlich erhielt die Sanner Schule ein neues Computerkabinett, die Werbener Lernstätte soll folgen. Das größte Bauvorhaben dieses Jahr ist der Krippenanbau in Goldbeck. Gut 460 000 Euro fließen in die laut Trumpf „super Einrichtung“, die Anfang Februar offiziell von den Jüngsten in Beschlag genommen werden kann. Das bis 2014 bewilligte Projekt „Sprachförderung in Kitas“ laufe gut. So soll sich sogar um eine weitere Fachkraft dafür beworben werden. Was in den vergangenen Wochen hinter verschlossenen Türen ablief, könnte kommenden Februar wohl öffentlich diskutiert werden. Und zwar die Eckdaten des Papiers zum Pilotprojekt „Kleine Grundschulen“. Noch im ersten Jahresquartal 2012 soll das Konzept dem Kultusministerium vorgelegt werden. Doch vorher besteht noch Gesprächsbedarf und das mit den Nachbarn Stendal, Osterburg sowie Seehausen. Besteht die Rolandstadt auf „ihre“ Kinder sieht es für die Schulen Rochau und Sanne schlecht aus. Osterburg und Iden sei eine Sache, wie auch Seehausen und Werben. Trumpf will und muss Überzeugungsarbeit leisten, appellieren, dass Interessen einer Region betrachtet werden sollen.

Hauptaugenmerk wird 2012 auf die Feuerwehren gelegt. Qualifizierung und Ausbildung der Kameraden soll großes Thema sein. Wehrleiter werden älter, sagte Ackermann, und im Interesse der Bevölkerung müsse Nachwuchs geworben werden. Die Wehren in Rindtorf und Schwarzholz haben aktuell niemanden an der Führungsspitze. Rindtorf fungiert derzeit als Löschgruppe in der Feuerwehr Eichstedt, auch für Sandauerholz ist eine Zwischenlösung in der Diskussion. Ziel sei es, wieder zwei Ortswehrleiter mit notwendiger Qualifikation einsetzen zu können. Denn „es darf uns nicht passieren, eine Feuerwehr abzumelden“, betonte Ackermann. Neu in 2012 wird sein, dass sich alle vier Wochen Verantwortliche aus der Verwaltung mit denen aus der Verbandsgemeindefeuerwehr an einen Tisch setzen.

Grundlagen für eine Breitbandversorgung mit Funk-DSL sind nun vorhanden. Trumpf verwies auf das Pilotprojekt Breitbandversorgung der Bundesregierung. Als einziges Vorhaben in Sachsen-Anhalt war der Industrie- und Gewerbepark Altmark bei Arneburg Nutznießer. Rund 500 000 Euro wurden für schnelles Internet in Elbnähe investiert.

Sieben Mitgliedsgemeinden und Verbandsgemeinde kaufen nun ihren Strom direkt an der Leipziger Börse ein. Unter Regie des Eigenbetriebes der Stadt Arneburg wird für erstmal zwei Jahre der Energie-Einkauf ausprobiert. Für Ackermann sei es schon ein Erfolg und viel wert, wenn die Stromkosten dadurch nicht enorm in die Höhe schnellen würden.

Von Berit Boetzer

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