Ehrenbürgermeister Walter Baumgart feierte gestern 90. Geburtstag

35 Jahre im Amt

Walter Baumgart stößt mit seinen Söhnen Wolfgang, Uwe und Detlef (v.l.) mit einem Glas Sekt auf seinen 90. Geburtstag an. In der „Altmärkischen Kaffeestube“ wurde das Ereignis gebührend gefeiert. Fotos (2): J. Gerber

Osterburg. Großer Bahnhof in der Osterburger „Altmärkischen Kaffeestube“. Der Ehrenbürgermeister der Stadt, Walter Baumgart, hatte zu seinem 90. Geburtstag eingeladen.

Stadtratsvorsitzender Nico Schulz, der amtierende Einheitsgemeindebürgermeister Detlef Kränzel und Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose gehörten neben Freunden und Bekannten zu den ersten Gratulanten. Gekommen war auch eine Abordnung des „Jenny-Marx“-Kindergarten, die den Jubilar mit einigen Liedern überraschte und gegen Mittag erschien auch die Freiwillige Feuerwehr und lud den rüstigen Jubilar zu einer Fahrt mit der großen Drehleiter ein.

In Niederschlesien erblickte Walter Baumgart vor 90 Jahren das Licht der Welt. Dort wuchs er auf, erlernte den Beruf des Getreidekaufmanns und lernte seine Frau kennen. Er wurde zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen und musste nach Stalingrad. Bei einem Fronturlaub wurde am 1. April 1944 geheiratet. Nach kurzer Gefangenschaft ging es 1945 nach Hause und die beiden mussten aus Niederschlesien flüchten. Im gleichen Jahr kam der erste Sohn Wolfgang zur Welt, und die Baumgarts landeten in Dittersdorf, wo sie es sehr schwer hatten und als Fremde nicht einmal Lebensmittelkarten bekamen. Für Walter kamen Dienstverpflichtungen, erst nach Bitterfeld und später auch in den Harz als Holzhauer und Köhler. 1947 trat er der LDPD (Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands) bei mit dem Ziel, den kommunistischen Bürgermeister abzusetzen. 1949 gelang das auch, und vom Landesverband wurde er vor genau 60 Jahren nach Osterburg versetzt, wo er dann 35 Jahre als Bürgermeister tätig war. Mit Detlef (1953) und Uwe (1960) kamen zwei weitere Söhne in Osterburg zur Welt. Zurückblickend sind es unzählige Erfolge, auf die Walter Baumgart schauen kann. Der Ausbau der Straßen, die Schaffung von gut 1200 Wohnungen, Kulturhaus, Stoma-Zentrum, Kindergärten- und -krippen – vieles entstand in seiner Amtszeit.

Der rüstige Jubilar geht heute noch gerne wandern, ist oft mit dem Rad unterwegs, und auch die Arbeit im Garten oder Grillfeste mit den Nachbarn machen ihm Freude.

Von Jörg Gerber

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