Landkreis informiert über Pferdewegnahme / Halter-Anwalt: „Unverhältnismäßig und rechtswidrig“

„Jämmerlich zugrunde gegangen“

+
Die Pferde, die einem Osterburger weggenommen wurden, seien zum Teil in „erbärmlichem Zustand“ gewesen. 

Stendal/Osterburg. Eine bis vor Kurzem geplante Versteigerung der derzeit 73 Pferde, die im Dezember einem Osterburger Halter weggenommen worden waren, wird etwa bis Februar/März auf sich warten lassen.

Gestern informierte der Landkreis detailliert über die Wegnahme und den Zustand der Pferde. Sie sind nach Auffassung des Amtstierarztes zum Teil „in einem erbärmlichen Zustand“ gewesen. Aufforderungen, sich besser um die Tiere zu kümmern, sei der Halter nicht nachgekommen. Sein Anwalt prangert derweil an, die Aktion sei „unverhältnismäßig und rechtswidrig“ gewesen.

Das Interesse an der Versteigerung der Tiere ist gewaltig: 50 bis 100 Anrufe, auch aus dem Ausland, gingen tagtäglich beim Landkreis ein, sagte Amtstierarzt Dr. Thoralf Schaffer gestern. Die Auktion wurde indes abgesagt. Wie berichtet, hatte der Halter ein sogenanntes Rechtsschutzbegehren eingereicht, um einen Widerspruch gegen die Wegnahme der Tiere zu erreichen. Folgt das Gericht dem, gibt es zunächst eine Aufschiebung, aber keine Rückgabe. Bis darüber entschieden ist, kann Zeit vergehen. Der Landkreis hat deshalb vorsorglich die Auktion abgeblasen. Einen neuen Termin kann Sebastian Stoll, Zweiter Beigeordneter des Landkreises, nur grob schätzen: Ende Februar, Anfang März, sofern das Gericht gut durchkommt und gegen die Aufschiebung entscheidet.

Schaffer ist dahingehend optimistisch. Es sei hinreichend dokumentiert, wie der Zustand der Tiere war: Zum Teil seien sie stark abgemagert gewesen, die Hufe desolat. Zwei Tiere seien 2016 „über Wochen jämmerlich zugrunde gegangen“ – laut pathologischer Untersuchung, ohne einen Tierarzt gesehen zu haben. Lange habe man dem Halter Auflagen gegeben – ohne Erfolg. Derzeit leben die Tiere in geräumigen Boxen und sind nach Angaben des Landkreises bestens versorgt.

Derweil hat sich der Anwalt des Halters, Michael Moeskes, geäußert: Der Kreis „vernichtet die wirtschaftliche Existenzgrundlage meines Mandanten“, schreibt er. Die Tiere seien unter tierärztlicher Betreuung gewesen, die verstorbenen Tiere hätten an einer Erkrankung gelitten, „die leider bei Pferden häufiger vorkommt“. Die jetzige Einstallung schade den Tieren.

Von Kai Hasse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare