Diebstähle liegen zum Teil bereits Jahre zurück

Jacken beschäftigen Polizei weiter

Die Polizei nutzte viele Möglichkeiten, um die Besitzer der Jacken ausfindig zu machen. So konnten die Kleidungsstücke vor einigen Wochen im Osterburger Revier angeschaut werden. Foto: Archiv/cz

Osterburg. Bisher ging die Polizei davon aus, dass die Diebstähle der rund 200 Jacken, die ein 23-jähriger Osterburger aus mehreren Kindertagesstätten und Schulen gestohlen hatte (AZ berichtete), innerhalb der vergangenen Monate erfolgten.

Doch nach derzeitigem Stand ist der Hansestädter schon wohl vor einigen Jahren auf die schiefe Bahn geraten. „Es könnte also sein, dass einige der betroffenen Kinder inzwischen bereits in die Lehre gehen“, erklärte Marco Neiß vom Polizeirevier Stendal im Gespräch mit der Altmark-Zeitung.

Dies würde auch erklären, warum sich bisher nur die Besitzer von 65 Jacken bei der Polizei gemeldet haben. Wenn sich der Osterburger bereits vor Jahren in den Fluren der Kindereinrichtungen bedient hat, passen den Eigentümern die Jacken inzwischen vielleicht gar nicht mehr – und sind für sie damit nutzlos. Die Polizei lässt aber nichts unversucht, die Taten lückenlos aufzuklären. So wird derzeit verstärkt mit den Mitarbeitern der betroffenen Einrichtungen gesprochen. Die Schwierigkeit dabei: Es könnten auch andere Landkreise betroffen sein. Gefasst wurde der Osterburger erst, nachdem er versuchte, in die Groß Garzer Grundschule zu gelangen. Die Polizei schnappte ihn noch im Dorf. „Wir versuchen die Puzzelstücke zusammen zu setzen“, beschrieb Marco Neiß die schwierige Arbeit.

Sollte dies in nächster Zeit nicht gelingen und Jacken übrig bleiben, wird die Staatsanwaltschaft weitere Entscheidungen treffen. Allerdings erst, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind. Was dann mit den Kleidungsstücken passiert, ist noch offen. Denkbar ist vieles. So zum Beispiel die Entsorgung. Da aber einige Jacken noch recht neuwertig wirken, könnten sie auch verschenkt werden. Fest steht: Die Polizei darf damit keinen wirtschaftlichen Erlös erzielen.

Wer noch Hinweise geben kann oder zu den Betroffenen zählt, die sich bisher nicht gemeldet haben, sollte die Polizei aufsuchen. Das Osterburger Revierkommissariat, Ernst-Thälmann-Straße 16, ist unter Tel. (03937) 4970 zu erreichen.

Von Christian Ziems

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