Enkelin von Klaus-Peter Gose macht in Tokio auf sich aufmerksam

Ortschef im Olympiafieber

Tokio 2020 - isabel Gose hat im Vorlauf über 400 meter einen neuen deutschen Rekord aufgestellt
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Isabel Marie Gose hatte während der derzeit laufenden olympischen Schwimmwettkämpfe schon mehrfach Grund zum Jubeln und stellte in Tokio bereits zwei persönliche Bestzeiten auf. Weitere Wettkämpfe folgen noch.
  • Tobias Henke
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Isabel Marie Gose ist eine der größten deutschen Schwimmhoffnungen und hat dies auch schon bei den Olympischen Spielen in Tokio unter Beweis gestellt. Über ihre Lieblingsstrecke, die 400 Meter Freistil, stellte sie im Vorlauf einen neuen deutschen Rekord auf (die AZ berichtete) und wurde im Finale Sechste. Zuhause fiebert ihre gesamte Familie mit ihr mit, darunter auch ihr Großvater, Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose.

„Ich nehme alles mit“, sagt Gose mit Blick auf die Wettkämpfe, die noch kommen werden. „Viele von uns sind da sehr emotional und ich nehme mich da gar nicht aus. Als sie den deutschen Rekord geschwommen ist, ist bei uns die ein oder andere Träne geflossen“.Die Finalläufe finden ab 4 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Für den Großvater der Schwimmerin trotzdem kein Hinderungsgrund, sich die Wettkämpfe anzuschauen. „Und über 200 und 800 Meter sowie in der 4x200 Meter Freistilstaffel hat sie noch weitere Starts vor sich.“

Auch Gerrit Gose, Vater der Schwimmerin, sagt, er sei während der Wettkämpe sehr nervös. „Meistens mache ich selbst etwas Sport, während ich ihre Wettkämpfe schaue“. Für die Aufregung sei „nicht jeder gemacht“, meint der Vater der erst 19-jährigen Olympionikin.

„Über 200 Meter muss sie noch an ihren Wenden arbeiten“, so das fachmännische Urteil von Gerrit Gose. Er wäre gerne selbst vor Ort gewesen, hat extra seinen Jahresurlaub so geplant, dass er während der Wettkämpfe liegt. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung.“ Die geplante Reise war daher nicht möglich. Viel Kontakt mit Athleten anderer Sportarten sei für seine Tochter nicht möglich. Alle würden aus ihrer „Bubble“ daher kaum herauskommen.

Bereits mit drei Jahren konnte Isabel-Marie Gose schwimmen. „Schon beim Babyschwimmen hat meine Frau sie kaum aus dem Becken rausgekommen“, erzählt ihr Vater. Die Goses leben inzwischen in Osterburg, haben aber lange in Berlin gewohnt.

Durch Zufall erfolgte der Kontakt zu dem Verein Wasserfreunde Spandau 04, für die Isabell die ersten Wettkämpfe bestritt. „Von da an war das alles ein Selbstläufer“, sagt Vater Gerrit über den weiteren Verlauf der Karriere seiner Tochter. Seitdem folgten mehrere Wechsel der Trainingsstützpunkte. Seit 2020 trainiert sie am Olympiastützpunkt in Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Dort trainieren unter anderem auch Florian Wellbrock und Sarah Köhler, zwei weitere deutsche Weltklasseschwimmer.

Für die Schwimmer ungewohnt ist es, dass die Finalläufe vormittags und die Vorläufe abends sind. Dies liegt an der Zeitverschiebung und daran, dass der übertragende US-Sender die Zeiten maßgeblich vorgibt, damit die Wettkämpfe in den USA zur besten Sendezeit laufen. „Isabel ist abends in aller Regel schneller als vormittags, deshalb war mir klar, dass nach dem Rekord im Vorlauf sehr wahrscheinlich keine weitere Bestzeit im Finale aufgestellt wird“, sagt Goses Vater Gerrit. Am Ende reichte es trotzdem, um als Sechste anzuschlagen.

Über 200 Meter Freistil geht die olympische Erfolgsgeschichte der jungen Athletin weiter: Gestern qualifizierte sie sich in persönlicher Bestzeit für das Halbfinale über diese Strecke und dürfte ihren größten Fans daheim in der Altmark weitere spannende und schlaflose Olympianächte vor dem Fernseher bescheren.Ortschef im Olympiafieber

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