Sommer- und Winterquartiere für Fledermäuse auf dem Dachboden des Osterburger Gymnasiums

Internat für fliegende Säugetiere

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Hausmeister Lutz Bornemann und Biologie-Lehrerin Daniela Hübener am neuen isolierten Fledermaus-Winterquartier auf dem Dachboden des Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasiums.

Osterburg. Das Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) ist schon seit vielen Jahren Heimstatt für Fledermäuse. Doch mit der im Vorjahr gestarteten Sanierung verloren die hier im Giebel lebenden Breitflügelfledermäuse ihre Wohnung.

Wie an vielen Stellen der beiden in die Jahre gekommenen Schulgebäude lag auch im Dachstuhl einiges im Argen. Marodes Gebälk musste erneuert beziehungsweise verstärkt werden. Schon vor Beginn der Arbeiten sei festgelegt worden, dass nach der Fertigstellung Unterkünfte für die kleinen fliegenden Säugetiere angebracht werden, sagt Biologie-Lehrerin Daniela Hübener der AZ.

Während der Projektwoche im vergangenen Sommer bauten Schüler diese Fledermauskästen aus Holz. 

Inzwischen ist die Sanierung des Dachbodens abgeschlossen und die aufgehängten Fledermaus-Wohnungen sind einzugsbereit. Die weitgehend wartungsfreien Fassaden-Flachkästen aus Beton sind nur nach unten geöffnet und innen zum leichteren Ankrallen der Tiere aufgeraut. Für die kalte Jahreszeit wurden auf den Dachböden beider Häuser dazu noch isolierte Winterschlafquartiere angebracht. So bietet das MAG jetzt beste Voraussetzungen für eine ganzjährige Wohnstatt.

Regelmäßig schaut Hausmeister Lutz Bornemann in diesen Tagen auf den Böden nach, ob die Quartiere schon bezogen sind. Sobald er die ersten Tiere bemerkt, will der Hausmeister die fachlich dafür zuständige Lehrerin informieren. Daniela Hübener kann sich vorstellen, das praktische Fledermaus-Erlebnis in ihren Unterricht einzubauen. Zwar sieht der Lehrplan kein spezielles Thema zu den nachtaktiven Insektenfressern vor. Allerdings wäre die Einbindung möglich, wenn sich die fünften Klassen mit den Säugetieren beschäftigen.

Im vergangenen Sommer wurde den Fledermäusen eine ganze Projektwoche gewidmet. Die interessierten MAG-Schüler erfuhren dabei unter anderem, dass es weltweit mehr als 1200 Fledermausarten gibt, von denen rund 25 Arten in Deutschland zuhause sind. Statistisch gesehen sei übrigens jedes vierte Säugetier eine Fledermaus. Im Rahmen ihrer Projektwoche bauten die Osterburger Gymnasiasten auch Holzquartiere für Fledermäuse und stellten Informationstafeln zu den in der Altmark anzutreffenden Arten wie Breitflügelfledermaus, braunes Langohr, Fransenfledermaus und großer Abendsegler zusammen.

Von Frank Schumann

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