Gemeindekirchenrat gegen Präsenzgottesdienste zum Fest

Ostern in Osterburg wird vorverlegt

In der Nikolaikirche finden in diesem Jahr an Osten keine Gottesdienste statt.
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Präsenzgottesdienste wird es über die Feiertage nicht geben, doch schon am Dienstag wird in St. Nicolai durch den Offenen Kanal Stendal ein Gottesdienst aufgezeichnet, der dann an Ostern zu sehen sein wird.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Die Bundesregierung überlässt es der Kirche, ob es während der Osterfeiertage Präsenzgottesdienste geben kann. Die Landeskirchen wiederum überlassen es den Kirchengemeinden, wie sie mit dieser Angelegenheit umgehen. In Osterburg wird es an Ostern keinen Gottesdienst geben, stattdessen wird dieser Teil des Festes sozusagen vorverlegt, denn am Dienstag wird ein Gottesdienst aufgezeichnet.

Osterburg – „Wir haben uns im Gemeindekirchenrat natürlich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und uns gegen Präsenzgottesdienste über die Feiertage entschieden“, so Pfarrer Gordon Sethge gegenüber der AZ. Wer möchte, kann jedoch schon am kommenden Dienstag ab 10 Uhr einen Ostergottesdienst besuchen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber alle Anwesenden müssen sich in Listen eintragen. „Der Offene Kanal Stendal wird den Gottesdienst aufzeichnen. Wer möchte, kann ihn sich Ostern im Internet anschauen.“ Ab 10 Uhr am Ostersonntag steht die Aufzeichnung des Gottesdienstes zur Verfügung. Angeschaut werden kann er sich auf der Internetseite und dem Youtube-Kanal des Offenen Kanals und auch auf der Homepage des Kirchenkreises Stendal.

Der biestädtische Pfarrer findet es richtig, dass die Bundesregierung es bei einem Appell belassen hat und Präsenzgottesdienste zu Ostern nicht verbietet. „Das hat auch rechtliche Gründe. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen ist gesetzlich verankert“, macht der Pfarrer darauf aufmerksam, dass ein generelles Verbot rechtlich nur schwer durchsetzbar wäre. Auch dass die einzelnen Kirchengemeinden selbst entscheiden dürfen, ob sie die Kirche an Ostern öffnen oder nicht, begrüßt Sethge: „Natürlich wäre es manchmal einfacher, wenn man gesagt bekommt, was man tun soll, aber die größere Verantwortung bietet auch deutlich mehr Handlungsspielraum.

Die Entscheidung, in Osterburg keine Gottesdienste an den Feiertagen zu veranstalten, die dann sehr wahrscheinlich deutlich stärker frequentiert wären als der Gottesdienst am Dienstag, sei nicht nur mit Blick auf die Inzidenzzahlen erfolgt. „Ich sehe uns als Kirche hier auch in einer Vorbildfunktion. Ja, wir genießen Sonderrechte, aber wir gehen damit verantwortungsvoll um.“ Ein weiteres Argument für den Verzicht sei es gewesen, dass man sich solidarisch mit Gewerbetreibenden zeigen wollte, die nicht öffnen dürfen.

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