Unterschriftenliste übergeben

Unmut über geplantes Wohngebiet wächst

Anwohner der Wiesenstraße verfolgten im Zuschauerbereich die Sitzung des Ortschaftsrates.
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Zahlreiche Anwohner der Wiesenstraße nahmen an der Sitzung des Ortschaftsrates teil und übten Kritik am geplanten Bauvorhaben.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Das geplante Wohngebiet an den Werderwiesen bewegt weiter die Gemüter. An der Sitzung des Osterburger Ortschaftsrates waren am Montagabend mehr Zuschauer als Mitglieder des Gremiums anwesend. Ein Beschluss gefasst wurde, wie in der Tagesordnung festgelegt, nicht, es fand jedoch eine lebhafte Debatte statt. Wiesenstraßen-Anwohner Lars Henning übergab Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose eine Liste mit knapp 50 Unterschriften von Bürgern, die sich gegen das Vorhaben aussprechen

Osterburg – . Gose betonte, dass Bürgerbeteiligung „immer von Nutzen ist“. Nach der Einwohnerfragestunde kam Gose, als der Ortschaftsrat das Wohngebiet thematisierte, einer Bitte Hennings nach und verlas ein Schreiben des sich kürzlich gegründeten Bürgerbegehrens „Schwarzer Weg“„Bei der Baufläche handelt es sich um eine ehemalige Feuchtwiese. Diese hat laut Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Paragraf 22 den Status eines geschützten Biotops“, heißt es dort unter anderem. Diese schieden als Baufläche aus.

Die konkrete umweltrechtliche Planung hat allerdings noch gar nicht begonnen. Dies ist zum derzeitigen Planungsstand jedoch normal. Mit dem Aufstellungsbeschluss, der in der vergangenen Stadtratssitzung verschoben wurde, wäre der Planer berechtigt, mit den konkreten Planungen zu beginnen. Dem zuständigen Fachamt liegt dieser Entwurf daher noch nicht vor, daher könne der Landkreis keine vorherige Einschätzung zu den Planungen geben, teilt dieser auf Anfrage mit. Stadtrat David Elsholz (Grüne) forderte in der Sitzung dazu auf, „neue Wege zu gehen“. Es sei besser, bestehende Lücken in der Bebauung der Stadt zu schließen, statt neue Flächen zu erschließen.

Unter den Gästen war auch Mirko Lux. Der Immobilienmakler bejahte zwar grundsätzlich die Frage, ob es einen Bedarf nach neuen Wohnungen in Osterburg gebe, doch machte er darauf aufmerksam, dass es in der Biesestadt „Alternativflächen gibt, die wir erst mal nutzen sollten“. Diese Aussage traf er auch mit Blick auf das geplante Wohngebiet am Mühlenberg, wo 40 neue Wohneinheiten entstehen sollen. In dieselbe Kerbe stieß auch Jürgen Emanuel (Die Linke), der die Frage stellte, was aus dem Wettbewerb Mut zur Lücke geworden sei. Hier war zunächst geplant, auf dem ehemaligen Kinogrundstück Wohnungen entstehen zu lassen. Wie von Ortsbürgermeister Gose zu erfahren war, hätten hier zu hohe Kosten verhindert, dass dort Wohnraum zu bezahlbaren Mieten entstehen könnte. Auch Emanuel lobte das Engagement der Bürger der Wiesenstraße, bat jedoch gleichzeitig darum, dass diese sich frühzeitig einbringen. „Sonst ist für uns schwierig, darauf zu reagieren“.

Emanuel verwies in diesem Zusammenhang wie auch Investor Matthias Lenz darauf, dass der Flächennutzungsplan schon mehrere Jahre bestehe und das Gebiet an den Werderwiesen dort explizit als Wohnraum ausgewiesen ist, ohne dass es deshalb Beschwerden gab. Stadtrat Elsholz sagte mit Blick auf den Flächennutzungsplan: „Da müssen wir noch mal ran“. Ob sich hierfür im Stadtrat eine Mehrheit findet, ist jedoch ungewiss.

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