Schausteller sagen für geplanten Ersatztermin ab

Osterburger Stadtfest fällt aus

Lothar Welte und Klaus-Peter Gose kennen sich seit vielen Jahren aufgrund der Organisation des Stadtfestes
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Mit Bedauern hat Schausteller Lothar Welte (l.) – hier mit Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose – mitgeteilt, dass er das Stadtfest nicht ausrichten kann. Dies dürfte das endgültige Aus für das diesjährige Stadtfest bedeuten.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Lange hat die Osterburger Stadtverwaltung sich die Möglichkeit offengelassen, dass Stadt- und Spargelfest in einem kleinen Rahmen stattfinden zu lassen. Doch diese Möglichkeit hat sich aller Voraussicht nach zerschlagen. Wie Schausteller Lothar Welte, der das Stadtfest seit mehreren Jahren hauptverantwortlich mit organisiert, der AZ mitteilt, ist es organisatorisch nicht zu leisten. Es fehlt schlichtweg an Personal. Auch wenn die offizielle Absage durch die Osterburger Verwaltung noch fehlt, dürfte sich die Ausrichtung eines Stadtfestes in einem kleinen Rahmen damit erledigt haben.

„Die meisten unserer Mitarbeiter sind ungelernte, aber sehr fleißige Leute. Einige von ihnen arbeiten zur Zeit zum Beispiel als Erntehelfer in Spanien. Sie haben dort Verträge unterschrieben, dass sie mindestens ein Jahr bleiben und stehen deshalb nicht für uns als Arbeitskräfte zur Verfügung“, erläutert Welte, der etwas niedergeschlagen wirkt, als er von der Notwendigkeit der Absage erzählt. „So was ist mir in 50 Jahren noch nicht passiert, aber es geht eben nicht anders.“

Die Absage tue ihm auch mit Blick auf die Anstrengungen der Verwaltung leid, die alles unternommen habe, um eventuell doch ein Stadtfest stattfinden lassen zu können „Wir Schausteller sind hier immer gut und fair behandelt worden.“ Der Schausteller blickt schon zuversichtlich in Richtung 2022: „Ich freue mich, dann wieder nach Osterburg zu kommen, dann können wir ja auch wieder den Parkplatz nutzen, der zurzeit neu gemacht wird“, so Welte. Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (FW) habe er noch nicht Bescheid gegeben. „Das liegt daran, dass wir bis zuletzt gehofft haben, dass eine Lösung gefunden wird.“ Schwierig sei es auch, die Betreiber von Großfahrgeschäften dazu zu bewegen, in Coronazeiten auf kleinere Feste zu fahren. „Die bleiben lieber sechs oder noch mehr Tage am Stück an demselben Ort. Oder auch als Teil eines Funparks.“ Dabei handelt es sich um stationäre Freizeitparks. Auch wenn er Zuversicht ausstrahlt, verhehlt Welte nicht, dass es für Schausteller zurzeit besonders schwer ist. „Veranstaltungen finden nur mit einer begrenzten Besucherzahl statt. Dazu wird das Gelände eingezäunt und es muss auch ein Wachdienst bezahlt werden. Das sind Zusatzkosten, damit konnte man sonst ganze Veranstaltungen finanzieren.“ Lothar Welte sieht Schausteller aufgrund der Folgen durch das Coronavirus in einer besonders schweren Lage. Bei dem ein oder anderen sei nicht klar, ob er weitermacht. „Einige haben sich beruflich umorientiert. Man muss ja zusehen, wie man seine Brötchen verdienen möchte. Da stellt sich dann für einige die Frage, ob man etwas anderes macht oder ob man weiter für seine Berufung als Schausteller lebt.“

Vor der Corona-Pandemie sind Welte und seine Schaustellerkollegen gerne und viel in der Altmark unterwegs gewesen, wie etwa in Tangermünde, Stendal und Gardelegen. Welte hofft, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird und sagt mit Blick auf die Pandemie: „Der Mensch hat schon ganz andere Sachen überstanden.“ Doch das Stadtfest, das schon 2020 ausgefallen ist, wird sehr wahrscheinlich auch dieses Jahr nicht stattfinden.

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