Friedhof geht neue Wege

Konzept für Baumbestattungen wird entwickelt

Ein Blick auf den Friedhof in Osterburg zeigt neuartige Urnengräber.
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Gemeinschaftsurnengrab wird diese Bestattungsform genannt, die es auch in Osterburg gibt.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Die Bestattungskultur in Deutschland ist im Wandel. Auf dem kirchlichen Friedhof in Osterburg werden schon seit einiger Zeit alternative Bestattungsformen angeboten. Doch nach wie vor ist die klassische Variante der Sargbestattung mit Einbuchtung sehr beliebt. Es gibt jedoch auch in Osterburg verschiedenste Varianten, eine weitere soll hinzukommen.

Osterburg – „Wir planen, künftig Baumbestattungen anzubieten“, erzählt der Osterburger Pfarrer Gordon Sethge. Dabei werden die Toten in einer Urne auf einer freien Fläche beigesetzt und am ´Tag des Begräbnisses ein Baum gepflanzt. Details dazu werden derzeit in einem Konzept ausgearbeitet. Dazu zählt auch die Art der Bäume, die gepflanzt werden. Sethge sagte, er sei kein Freund davon, hier auch die Pflanzung von Obstbäumen zu ermöglichen. Es sei keine schöne Vorstellung, wenn jemand auf dem Friedhof Obst einsammele. Das Konzept der Baumbestattung ist somit anders als das im Krumker Ruheforst, wo die Gräber an bestehenden Bäumen entstehen. Sethge sehe den kirchlichen Friedhof schon in Konkurrenz zum Ruheforst, „auch wenn wir mit dem Friedhof keinen Gewinn machen wollen“. Ziel sei es, kostendeckend zu arbeiten.

Der Osterburger Pfarrer macht keinen Hehl daraus, dass er die klassische Form der Erdbestattung favorisiere. „Für mich ist das die würdevollste Form des Abschied- nehmens.“ Er erkenne aber an, dass es immer mehr Menschen gebe, die sich eine andere Form der Bestattung wünschten. Eine davon ist die „halbanonyme Urnenbestattung“. Es werden einmalig Grabplatten bezahlt. Die Bestattung kostet 1050 Euro. Anschließend muss sich um nichts mehr gekümmert werden. „Es fallen auch keine Kosten für die Pflege an“, informiert Sethge. Bei dieser Form der Bestattung handelt es sich um eine Einzelgrabstelle in der Urnengemeinschaftsgrabanlage. Hierbei ist nicht exakt klar, wo genau welche Urne steht. „Es gibt zwar Bestimmungen, wie weit die Urnen voneinander entfernt sein müssen, aber die exakte Position der einzelnen Urnengräber wird nicht erfasst.“ Daher die Bezeichnung „halbanonym“. Jede Grabplatte ist jedoch mit Namen versehen.

Nicht glücklich ist der Osterburger Pfarrer, dass die Beisetzungen besonders auf der „Grabwiese“ regelmäßig von der Bahnlinie gestört wird, die dahinter verläuft. Dabei handelt es sich um Sarggräber ohne Einbuchtung, die pflegeleicht sind. Laut Sethge gibt es den Friedhof samt Kapelle schon seit Jahrhunderten. „Das hier war mal der Anfangspunkt von Osterburg, denn hier entstand die erste Siedlung“, erzählt Sethge. Urkundlich erwähnt wurde die Biesestadt erstmals 1157.

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