Erinnerung an Anne Frank

Das Grauen begreifbar machen

In der Anne Frank Schule wurde gestern an das Leben von Anne Frank erinnert
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Lisa Pfennig (l.) und Klaudia Liebsch trugen am Freitag einige Eckdaten aus der Biografie von Anne Frank vor. In der Aula erinnerten die Schüler an das jüdische Mädchen, das heute 92 Jahre alt geworden wäre.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Heute wäre Anne Frank 92 Jahre alt geworden. Fast die gesamte Familie des jüdischen Mädchens, das das weltberühmte Tagebuch geschrieben hat, fiel dem Holocaust zum Opfer. An der Anne-Frank-Schule in Osterburg wurde ihr am Freitag gedacht. Coronabedingt allerdings in einem etwas anderen Rahmen als in den vergangenen Jahren.

„Es wäre möglich gewesen, dass sich auch in diesem Jahr wieder mehrere Klassen an dem Mahnmal versammeln und dann die Rosen niederlegen. Doch als wir das geplant haben, war das noch nicht klar“, sagte Schulleiterin Christine Magerin gegenüber der AZ. So ließ sich die Schule etwas anderes einfallen. Es wurden etwa mehrere Ausstellungstafeln aus dem Anne-Frank-Zentrum in Berlin geliefert, auf denen über das Leben des Mädchens berichtet wird. Zu den Materialien, die das Zentrum gestellt hat, zählte unter anderem auch eine „Anne-Frank-Zeitung“, in der über das Leben Franks und auch allgemein über die Zeit des Nationalsozialismus informiert wird. Ebenfalls an die Klassen ausgeteilt wurden informative Postkarten. Zu den Arbeitsmaterialien wie etwa der Zeitung und den Stellwänden entwickelten die Lehrer der Anne-Frank-Schule ein Begleitheft, mit dem alle Klassen arbeiten konnten.

Lisa Pfennig und Klaudia Liebsch trugen am Freitagmorgen Ereignisse aus Annes Leben vor. Das Gedenken erfolgte coronabedingt klassenweise, zunächst in der Schulaula. Im Verlauf des Tages sind die Klassen dann einzeln zum Mahnmal gegangen und es wurden Rosen niedergelegt. Wie auch in den vergangenen Jahren fand das Gedenken an Anne Frank über den gesamten Tag statt. Dieses mal unter anderem in Form eines Kunstprojektes im Stile von Andy Warhol. Der Maler war unter anderem für die Verwendung greller Farben bekannt. Angeleitet wurden die Schüler dabei von ihrer Lehrerin Christine Neumann.

Für genau ein Dutzend Schüler stand auch gestern wieder ein Besuch der Gedenkstätte Isenschnibbe an. „Vieles können wir den Kindern dort leicht begreifbar machen, was im Unterricht viel schwieriger ist, wie etwa die weiten Wege, die von den Häftlingen zurückgelegt werden mussten“, so Schulleiterin Magerin.

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