Gladigauer Ensemble trifft mit Filmvorführung den Geschmack der Zuschauer

Theater mal anders

Im Dorftheater gab es in diesem Jahr einen Film statt eine Bühneaufführung
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Viel Applaus gab es für die Schauspieler des Gladigauer Dorftheaters, obwohl sie diesen gar nicht hören konnten, da sie nur auf einer Leinwand und nicht auf einer Bühne zu sehen waren.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Trotz Corona mussten die Zuschauer in diesem Jahr nicht auf Auftritte des Gladigauer Dorftheaters verzichten. Doch statt die Laiendarsteller live auf der Bühne zu sehen, gab es stattdessen einen Film zu sehen (die AZ berichtete). Die Resonanz der Zuschauer war ausschließlich positiv.

Die Reaktionen des Publikums waren dieselben, als wenn die Schauspieler direkt auf der Bühne gestanden hätten“, sagt Norbert Lazay, Regisseur beim Dorftheater, gegenüber dieser Zeitung. Ganz auf die Anwesenheit der Schauspieler mussten die Zuschauer während der zehn Vorstellungen an fünf Tagen nicht verzichten. „Es waren immer zwei Schauspieler da, die in ihren Kostümen die Zuschauer am Eingang begrüßt haben.“ Einschränkungen gab es hinsichtlich der Zuschauerkapazität aufgrund der Pandemie, ansonsten sei für viele das Theatererlebnis dasselbe gewesen wie sonst auch.

Die Idee, die Dorftheater-Intendant Horst Bannehr hatte, das diesjährige Theaterstück „de Arvslieckers“ als Film zu präsentieren, hat sich somit als voller Erfolg erwiesen. Eine wichtige Rolle kam dabei auch seinem Sohn Mario zu, der ebenfalls Mitglied im Ensemble des Dorftheaters ist. „Er hat in diesem Jahr selbstständig entschieden, früher als sonst mit dem Filmen anzufangen“, so Lazay. Somit habe man genügend Material gehabt, um den Film zusammenzuschneiden. Die Zuschauer bekamen einen Film zu sehen, der aus mehreren Perspektiven zu sehen war. „Das haben wir immer so gemacht“, so der Gladigauer Lazay.

Ganz ohne bürokratische Hürden war diese ungewöhnliche Vorstellung jedoch nicht zu realisieren. „Wir mussten uns für das Stück extra noch die Filmrechte sichern.“ Dies gilt jedoch nur für die zehn Vorstellungen. Daher ist es auch nicht möglich, die Aufnahmen beispielsweise auf einer Videoplattform im Internet zur Verfügung zu stellen.

Das kommende Jahr wird für die Theatermacher ein besonderes Jahr: „Dann feiern wir unser 20-jähriges Jubiläum.“ Die Vorfreude sei bereits groß und alle Beteiligten bereits jetzt voller Tatendrang. „Dann wollen wir wieder auf der Bühne stehen“, macht Lazay klar, dass die Variante als Film eine einmalige Sache bleiben soll und man hofft, dass im kommenden Jahr wieder Normalität herrscht. „Das neue Stück steht schon fest“, informiert Lazay. Doch Konkretes ist ihm hierzu nicht zu entlocken, denn der Name des Stückes wird traditionell immer erst im Januar bekannt gegeben. Die ersten Leseproben der Schauspieler würden aber schon laufen.

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